Aufgrund der Sperrung des Seedamms bleibt im Norden einzig die Alt-Ruppiner Allee als Straße raus aus der Stadt übrig. Das hohe Verkehrsaufkommen – z. B. morgens in Richtung Oberstufenzentrum, Bauarbeiten, Baumpflegearbeiten oder Unfälle führen dann schnell zu kilometerlangen Staus. Für die kurze Strecke zwischen Neuruppin und Alt Ruppin benötigt man dann schnell mal 30 Minuten.
Ändern wird sich an dieser Situation in nächster Zeit nichts. Solange der Seedamm nicht wieder befahrbar ist, bleibt der Weg über die Alt-Ruppiner Allee ein Nadelöhr, das nur weiträumig umfahren werden kann.
Seit Juni ist die Kreuzung von Steinstraße, Seepromenade und Ernst-Toller-Straße gesperrt und damit auch die Fahrt über den Seedamm. Die alte Kreuzung wird zu einem Kreisverkehr umgebaut. Nur Radler und Fußgänger kommen noch über den See, Autofahrer müssen den Umweg über Alt Ruppin nehmen.
Der Landesbetrieb Straßenwesen, die Stadtwerke und die Stadt Neuruppin wollen in den kommenden Jahren die gesamte Ortsdurchfahrt der Landesstraße L167 ausbauen. Die Arbeiten reichen vom Seedamm über die Steinstraße und das Rheinsberger Tor bis zur Straße des Friedens und die Wittstocker Allee bis zur Kreuzung am Friedhof. Das passiert in mehreren Abschnitten und wird nach den bisherigen Plänen mindestens bis ins Jahr 2030 dauern.
In der Steinstraße gehen die aktuellen Arbeiten nun in die zweite Phase. Seit dem 17. November ist ein weiteres Teilstück der Straße gesperrt. Die bisherige Baustelle wurde um rund hundert Meter bis zum Abzweig der Kommissionsstraße verlängert. Auch die Einmündung der Kommissionsstraße ist jetzt gesperrt. Die Kommunikation, Leineweber- und die Kommissionsstraße sind nun Sackgassen. Die Arbeiten am Kreisverkehr dauern voraussichtlich bis 2027.
Zu weiteren Behinderungen kommt es seit dem 17. November auch in der Günther- und in der Hans-Thörner-Straße, die jetzt als Baustellenzufahrt genutzt werden müssen. Der gesamte Materialtransport für die Arbeiten in der Steinstraße und in der Ernst-Toller-Straße läuft jetzt über diese beiden schmalen Straßen.
Zusätzlich kommt ab Anfang Dezember eine weitere Baustelle in diesem Bereich Neuruppins hinzu. Diese betrifft Fußgänger und Radfahrer. Bis Ende Februar 2026 wird der Uferwanderweg im Bereich Seetorviertel aufgrund von Uferrenaturierungsmaßnahmen gesperrt. Fußgänger und Radfahrer müssen für den Weg zwischen Therme und Portofino dann eine Umleitung nehmen.
Während die Anwohner noch lange Zeit mit Straßensperrungen, Sackgassen, veränderten Straßenführungen, fehlenden Parkplätzen und weiten Wegen leben müssen, sollten Auswärtige versuchen, diesen Bereich mit dem Auto möglichst zu meiden.
Gabriele Elstermann