Bei nur zwei Grad Lufttemperatur und einem eisigen, stürmischen Westwind hatten die beiden mit nur wenigen Teilnehmern gerechnet. Letztlich zählten sie aber weit über 300 Leute, die am Neujahrstag beim Anbaden dabei sein wollten. Die Wassertemperatur betrug drei Grad.
Längst nicht alle kamen aus Kyritz. Auch aus den umliegenden Orten waren Eisbadefreunde gekommen, wie etwa die Klempow-Robben aus Wusterhausen. Die 30-köpfige Truppe trifft sich sonst jeden Sonntagvormittag, um gemeinsam in die eisigen Fluten zu steigen. Das Anbaden in Kyritz ließen sie sich aber nicht entgehen.
Mancher Eisbader hatte auch einen weiteren Weg auf sich genommen, wie etwa André Kuhnert aus Oranienburg. „Ich war im vorigen Jahr beim Inselschwimmen dabei und jetzt wollte ich mir das Anbaden auf keinen Fall entgehen lassen“, sagte er. Und sogar aus Berlin waren einige Teilnehmer gekommen.
Im Strandbad war alles bestens vorbereitet. Rund 25 Mitglieder der Wasserwacht standen am Grill und sorgten auch sonst für das leibliche Wohl der Besucher. Heiße Getränke standen bei der Eiseskälte besonders hoch im Kurs. Und wer wollte, konnte sich zwischendurch an einer der Feuerschalen aufwärmen.
Als es dann mit dem Anbaden ernst wurde, traten über 80 hartgesottene Eisbader im Bademantel an den Strand. Dann ging es auf ein Signal des Schwimmmeisters ins kalte Wasser hinein. Einige hielten es nur wenige Minuten aus, andere deutlich länger. Die Profis unter den Eisbadern gingen sogar mehrmals ins Wasser, darunter die Wusterhausener Klempow-Robben.
Damit überhaupt jemand am Neujahrstag im Strandbad ins Wasser gehen konnte, waren Schwimmmeister Preuß, Matthias Hegert von der Wasserwacht und weitere Helfer schon Tage vorher mehrmals mit schwerem Gerät im Einsatz. Der Frost hatte eine bis zu acht Zentimeter dicke Eisschicht gezaubert. „Das ging nur mit der Motorsäge“, berichtete Stephan Preuß. Der Weihnachtsmann kam zur Freude der Kinder auch vorbei und brachte ihnen kleine Geschenke mit. Diesmal hatten sich die Organisatoren überlegt, auch den Osterhasen einzuladen. Der hatte einen Korb voll bunter Ostereier dabei, die er an die Besucher verschenkte.
Stephan Preuß und Matthias Hegert waren von der Resonanz begeistert, die ihre Neujahrsveranstaltung wieder einmal fand. Sie bedankten sich bei der Gelegenheit auch bei allen fleißigen Helfern. „Ohne sie gäbe es dieses Anbaden in der Form nicht“, sagt Matthias Hegert. André Reichel