Die Heide bleibt dunkel
Die Kyritz-Ruppiner Heide erhält die Zertifizierung als Internationaler Sternenpark / Im Einklang mitTier- und Pflanzenwelt soll einer der dunkelsten Orte Deutschlands touristisch erschlossen werden

Die Kyritz-Ruppiner Heide ist jetzt offiziell ein Sternenpark.Foto: Ulrike Gawande / LK OPR)
Pfalzheim. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist von der Organisation DarkSky International (DSI) offiziell als Internationaler Sternenpark zertifiziert worden. Der ehemalige Truppenübungsplatz (Bombodrom) gehört zu den dunkelsten Orten Deutschlands. Dies dauerhaft zum Schutz der Nacht zu erhalten, ist das Ziel der regionalen Akteure. Mit der Ausweisung als Sternenpark wurde ein wichtiger Schritt dafür getan.

Landrat Ralf Reinhardt dazu: „Die Anerkennung der Kyritz-Ruppiner Heide als offizieller Sternenpark durch die DSI ist ein großartiger Erfolg, zu dem ich allen, die am Zustandekommen beteiligt waren, herzlich gratulieren darf. Die Heide im Herzen unseres Landkreises ist nicht nur ein Ort mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt; der hier besonders dunkle Nachthimmel ermöglicht es darüber hinaus, die faszinierende Welt der Himmelsbeobachtung erlebbar zu machen, etwa im Rahmen von Sternenführungen. Mein besonderer Dank gilt dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie den Mitgliedern der KAG Kyritz-Ruppiner Heide für deren engagierte und konstruktive Beteiligung beim Antragsprozess. Der künftige Sternenpark in der Kyritz-Ruppiner Heide wird ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Heimatregion sein, welches auch neue Perspektiven im touristischen Bereich öffnet, die es in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln gilt.“

Die Akteure sind sich darin einig, dass der neue Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide beispielhaft zeigt, wie konsequenter Naturschutz auch den Himmel zurückerobert. Der Wert der dunklen Nacht ohne störenden Einfluss künstlicher Lichtquellen ermöglicht den vielen seltenen Arten der Kyritz-Ruppiner Heide einen natürlichen Lebensrhythmus und begünstigt die enorme Artenvielfalt im Gebiet. Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz-Sielmann-Stiftung erklärt dazu: „Wir sind hocherfreut über die Ausweisung des Sternenparks und die damit verbundene Wertschätzung unserer Schutzbemühungen. Wir bedanken uns sehr bei allen Initiatoren, allen voran dem Landkreis und dem Naturpark und wünschen den Besuchern der Sielmann-Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide ein eindrückliches Erlebnis des nächtlichen Sternenhimmels in einer deutschlandweit einzigartigen Heidelandschaft.“

Das Gebiet des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes steht größtenteils seit 2012 als Fauna-Flora-Habitat unter europäischem Schutz. Im Jahr 2021 wurde es in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert, einer der 15 Naturlandschaften Brandenburgs. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist die zweitgrößte zusammenhängende Heidefläche Deutschlands. Da die Kyritz-Ruppiner Heide unbewohnt ist, gibt es in der Region kein künstliches Licht, was zu einem außergewöhnlich dunklen Himmel führt.

Um das Alleinstellungsmerkmal „einer der dunkelsten Orte Deutschlands“ zu erhalten, hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide (KAG) schon im Jahr 2022 beschlossen, einen Antrag auf Ausweisung des etwa 12 000 Hektar großen Areals als Sternenpark zu stellen. Der am 11. März 2010 gegründeten KAG gehören heute als Mitglieder der Landkreis OPR, die Kommunen Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock und das Amt Temnitz sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Heinz-Sielmann-Stiftung und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an.

Mit dem nun offiziell zertifizierten Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide werden künftig die Potenziale des Astro-Tourismus für die naturtouristische Entwicklung der ländlichen Region erschlossen. Der Landkreis hat dazu eine Machbarkeitsstudie mit einer Vielzahl an Vorschlägen erarbeiten lassen. Unter Nutzung europäischer Fördermittel sollen in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Natur- und Sternenpark Westhavelland perspektivisch mehrere Beobachtungsplätze eingerichtet werden. An ausgewählten Standorten wird dafür Infrastruktur für den Astro-Tourismus entwickelt – wie Aussichtsplattformen, Beobachtungsliegen, Polarsternfinder und Informationstafeln. Es sollen regelmäßig unter anderem Sternenführungen, thematische Wanderungen und Vorträge angeboten werden. WS

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