Im Zentrum der Gegenwartshandlung steht Katja, eine Unternehmerin Anfang 40, die nach einer zerbrochenen Ehe einen Neuanfang wagt. Auf Usedom findet sie nicht nur eine neue private Perspektive, sondern beginnt gleichzeitig, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die geliebte Großmutter Margaretha ihr hinterlassen hat. Dabei taucht sie in ein Leben ein, von dem sie bislang nichts wusste.
Die zweite Ebene führt zurück ins Jahr 1942. Margaretha ist gerade zehn Jahre alt, als sie dem Mann ihres Lebens begegnet: Albert, ein Junge aus dem bombardierten Frankfurt am Main, das ihr wie in einer fremden Welt erscheint. Er wird auf die bis dahin vom Krieg verschonte Insel Usedom verschickt. Sternschnuppen beobachtend, versprechen sich die beiden Kinder, einander treu zu bleiben. Sie träumen davon, zu heiraten, Kinder zu bekommen und ein Haus am Meer zu bauen. Doch Albert muss weiterziehen, denn inzwischen hat der Krieg Karlshagen und Peenemünde erreicht. Sein Weg führt ihn bis nach Amerika, bevor er in den Westen des geteilten Deutschlands zurückkehrt. Er versucht, Margaretha wiederzufinden, und will sogar in der DDR arbeiten, um bei ihr zu sein. Margaretha empfindet dies als ein Opfer, das sie nicht annehmen kann. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder, sie begegnen sich erneut auf leidenschaftliche und heimliche Weise. Denn inzwischen ist Margaretha verheiratet und hat Kinder. Sie leidet unter der Ehe mit einem Mann, der ihr über Jahrzehnte weder Liebe noch Achtung entgegenbringt, auch wenn sie nach außen fröhlich und ausgeglichen wirkt. Und als sie später frei wäre, ihr Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, scheint die Zeit dafür bereits vergangen.
Die Sehnsüchte, Hoffnungen und Enttäuschungen dieser Liebesgeschichte sind eng verwoben mit Katjas eigener Suche nach Glück und Selbstbestimmung. Wird es ihr gelingen, sich selbst zu überwinden und ihren eigenen Weg finden? rvAndrés, S.: Sternschnuppen über Usedom. Hinstorff Verlag Rostock, 2026.