1921, Berlin, Pariser Platz. Das Hotel Adlon ist die erste Adresse für die prominentesten Gäste der deutschen Hauptstadt. Zwar hat Kaiser Wilhelm II., der es 1907 eröffnete, das Deutsche Reich längst verlassen. Doch auch in der Weimarer Republik übt das prachtvolle Hotel eine ungebrochene Anziehungskraft auf die Prominenz aus aller Welt aus.
Eines Tages im Frühjahr 1921 betritt Irabella Keller das Haus. Sie erscheint elegant, gebildet und sprachgewandt. Dennoch reist sie nicht als Hotelgast an, sondern bewirbt sich um die Stelle eines Zimmermädchens. Für die Autorin Anett Diell bietet dies die Gelegenheit, in den Luxus und das geschäftige Treiben dieses einzigartigen Hauses einzutauchen, das mit Zentralheizung, fließendem warmen Wasser, einer Rohrpostanlage und vielen weiteren technischen Neuerungen Aufsehen erregte.
Will Irabella in diese luxuriöse Welt eintauchen oder sich vor ihrer Vergangenheit verstecken? Was führt sie ins Adlon? Gibt sie sich mit dem Schicksal eines Zimmermädchens zufrieden, das seine Arbeit mit größter Sorgfalt und Hingabe verrichtet? Oder bringt sie frischen Wind in das Hotel?
Obwohl die junge Frau, die ihre Herkunft verbirgt, eigentlich ein zurückgezogenes Leben führen möchte, gerät sie schon bald in das Spannungsfeld zwischen zwei Männern: dem Berliner Gastronomen Maxim von Arnau und dem verträumten englischen Dichter Charles Hunter. Der eine ist liebebedürftig, aber auch jähzornig und unbeherrscht, der andere empfindsam und nachdenklich.
Die Handlung des Romans spielt in den Jahren von 1921 bis 1925 – einer Zeit, die in Deutschland von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und Inflation geprägt war. Tumulte, politische Unruhen und pogromartige Ausschreitungen erschüttern die Reichshauptstadt. In diesem gesellschaftlichen Klima gewinnen die Nationalsozialisten zunehmend Einfluss.
Dem Leser eröffnet sich in diesem gelungenen Roman nicht nur ein eindrucksvolles Panorama des Lebens in Deutschlands Luxushotel Nummer eins. Zugleich entfaltet Anett Diell eine bewegende Liebesgeschichte, in der die persönlichen Konflikte, die inneren Zweifel sowie die Spannungen zwischen Irabella und ihren beiden Verehrern stets eine zentrale Rolle spielen. rvDiell, A.: Das Zimmermädchen vom Adlon. Gmeiner Verlag, 2026.