Der Wasserbewirtschaftungsbeirat des Landkreises OPR hat sich bei seiner Sitzung Anfang des Monats intensiv mit der aktuellen Entwicklung des Wasserhaushalts befasst. Vor dem Hintergrund der weiter bestehenden Trockenperiode und sinkender Wasserreserven wurde entschieden, die Bevölkerung für die aktuelle Lage erneut zu sensibilisieren und zum bewussten Umgang mit Wasser aufzurufen.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass bereits der Winter 2025/2026 deutlich zu trocken ausfiel. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde nur rund 75 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge registriert. Obwohl zeitweise erhebliche Schneemengen auftraten und in der Region über Wochen winterliche Bedingungen herrschten, konnte durch die sehr trockenen Monate Dezember 2025 und Januar 2026 das Niederschlagsdefizit nicht ausgeglichen werden.
Auch der Frühling 2026 verlief insgesamt wärmer, trockener und sonnenscheinreicher als im langjährigen Durchschnitt der klimatologischen Referenzperiode 1961 bis 1990. Erst Mitte April dieses Jahres sorgten außergewöhnlich hohe Niederschläge kurzfristig für eine leichte Entspannung. Diese Niederschläge reichten jedoch nicht aus, um das bereits entstandene Wasserdefizit nachhaltig auszugleichen. Die Niederschläge der vergangenen Wochen konnten zwar die obersten Bodenschichten befeuchten, die tieferen Bodenzonen, die für die Grundwasserneubildung entscheidend sind, bleiben jedoch weiterhin ausgetrocknet. Damit setzt sich die angespannte Situation der vergangenen Trockenjahre fort.
Auch die aktuellen Wetterprognosen geben wenig Anlass zur Entspannung. Für die kommenden Wochen wird überwiegend sommerlich warmes Wetter erwartet. Abgesehen von einzelnen Schauern sind keine länger anhaltenden, ergiebigen Niederschläge in Sicht.
Landrat Ralf Reinhardt (SPD) weist ausdrücklich darauf hin, dass der Wasserhaushalt im Landkreis derzeit erheblich belastet ist. Es muss mit trockenfallenden Fließgewässern, sinkenden Wasserständen in Seen sowie weiter fallenden Grundwasserständen gerechnet werden.
Vor diesem Hintergrund ruft der Landrat alle Bürger dazu auf, ihren Wasserverbrauch auf das notwendige Maß zu beschränken. Insbesondere Anlieger an Gewässern werden gebeten, Wasserentnahmen aus Flüssen, Bächen, Seen und dem Grundwasser – vor allem zur Bewässerung von Rasenflächen – möglichst zu vermeiden oder deutlich einzuschränken.
■ Rasenflächen bei Trockenheit möglichst nicht bewässern
■ Gärten bevorzugt in den frühen Morgen- oder Abendstunden gießen
■ gesammeltes Regenwasser zur Bewässerung nutzen
■ im Haushalt Wasser sparsam einsetzen und unnötigen Verbrauch vermeiden
■ Wasserentnahmen aus Flüssen, Bächen, Seen und dem Grundwasser auf das unbedingt notwendige Maß beschränken
Die Kreisverwaltung wird die Entwicklung des Wasserhaushalts in OPR weiterhin genau beobachten und die Situation fortlaufend bewerten. Sollten sich die Wasserverhältnisse verschärfen, werden weitere Maßnahmen geprüft. Dazu können auch Allgemeinverfügungen gehören, welche Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern oder dem Grundwasser zeitweise beschränken oder an die jeweilige Situation anpassen. WS