Zu Besuch im Zaubergarten
Emilian Golde beschreibt seine Eindrücke von einem
Kunstprojekt während der Sommerferien in Ganzer

Hier sind die entstandenen Leporellos (Faltbücher) ausgestellt (li.). Improvisations-Theater war ein Teil des Kunstprojekts (re.).Fotos: Victoria Golde
Wusterhausen/Dosse. Am 20. Juli begannen die Kunstferien in Ganzer unter dem Motto „E.T.A. Hoffmanns Zaubergarten“. Dort kam ich in den wunderbaren Zaubergarten der Künstlerin Katrin Mason Brown. Nachdem alle eingetroffen waren, brachten wir die Namen unserer Teambegleiter in Erfahrung. Als die 16 Teilnehmer einer Gruppe zugeteilt und ein passender Name gefunden war (ich kam in die Gruppe „Backfische“), schritten wir mit Theaterprofi Chady in die obere Scheune. Katrin überraschte uns mit Gelatine-Druck und einem spaßbringenden Spiel.

Am zweiten Tag konnten wir außerdem die Technik des Aquarell-Malens für uns entdecken. Die Künstlerin Dorina lehrte uns die Kunst des Moosgummi-Schnitzens. So konnten wir am Nachmittag die Umschläge für ein Leporello bedrucken. Am darauffolgenden Mittwoch tauchten wir in die fantastische Welt von E. T. A. Hoffmann in der Bibliothek Wusterhausen ein. Frau Jonas von der Bibliothek erläuterte ausführlich den Unterschied zwischen Volks- und Kunstmärchen und erzählte über das Leben von E. T. A. Hoffmann. Hoffmann war ein Kunstmärchendichter der Romantik.

Danach las meine Oma Marianne einen Auszug aus dem Kunstmärchen „Das fremde Kind“ vor. In einer Ausstellung entdeckten wir viele andere Bücher des Schriftstellers. Ein Quiz über das Leben und die Bücher von E. T. A. Hoffmann beendete diesen Nachmittag. Zum Abschluss überreichte Frau Jonas jedem eine Urkunde.

Der nächste Tag brachte uns in den Genuss, unser eigenes Papier herzustellen.

Inspirierend wurde es in der zweiten Projektwoche, als an einem Tag ein Ausflug in den Nachbarort Garz unternommen wurde. Dort beeindruckte mich ein idyllischer Park mit einem Schloss und einer kleinen Brücke mittendrin. Ich habe in einer Zeichnung diese malerische Brücke festgehalten. An einem anderen Tag beschäftigten wir uns mit dem T-Shirt-Druck. Jeder überlegte sich ein Lieblingsmotiv und stellte dazu eine eigene Schablone her, sodass kreative T-Shirts entstanden.

Ein besonderes Erlebnis wurde die Abschlussveranstaltung am 1. August in Katrins Garten in Ganzer. Einige Bäume zogen die Blicke auf sich, weil sie mit vielfältigen Arbeiten geschmückt waren, die in den vergangenen und in den diesjährigen Kunstferien entstanden waren. Viele Eltern und Großeltern kamen vorbei, um unsere Präsentation der Kunstbücher und eine Aufführung mitzuerleben. Es hat uns Freude bereitet, im Impro-Theater Szenen aus dem Buch „Das fremde Kind“ nachzuspielen. Dabei haben wir versucht, die Sprache der damaligen Zeit aufzugreifen und in unseren Darbietungen umzusetzen. Das fand ich cool. Wer sagt heute noch „Du holdes Kind“? Der Begriff „hold“ kommt in unserem Sprachgebrauch nicht mehr vor, aber er hat uns die gesamte Zeit begleitet. So haben wir neben den neuen künstlerischen Techniken, die uns vermittelt wurden, unser Wissen literarisch und sprachlich erweitern können.

Manchmal fühlten wir uns in die Zeit vor 250 Jahren zurückversetzt, denn 1776 wurde E. T. A. Hoffmann geboren. Er war ein Multitalent. Er arbeitete als Jurist und war außerdem Schriftsteller, Maler, Zeichner und Komponist. Dann bekamen wir noch die Aufgabe, Begriffe auf ein Blatt Papier zu schreiben. Doch was wir nicht wussten: In den darauffolgenden zehn Minuten sollten wir eine Geschichte oder ein Gedicht mit den Wörtern kreieren. Ich nahm die Wörter: Zaubergarten, zauberhaft, Natur, Gurkenhals. Und so lautet mein Gedicht:

Der Gärtner in
seinem Zaubergarten,er hob nun abermals
den Spaten.Er pflanzte mit
herrlicher Laune,einen Samen nahe
einem Baume.Aus der kleinen Knolle
wurde sobald,ein Gewächs namens
Gurkenhals.Die Pflanze nun aus
eigener Kraft,in der Natur erwacht,
wie zauberhaft.Emilian Golde, 13 Jahre

Projektträger: Kinder- und Jugendkunstakademie Gutshof Ganzer e. V., Projektpartner: Astrid-Lindgren-Grundschule Wusterhausen/Dosse und Bibliothek Wusterhausen. Das Projekt wurde gefördert im Rahmen des Programms „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ und wird betreut über den BBK e. V.





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