Wird nichts unternommen, kann das schlimme Folgen haben. Das verdeutlicht Marion Anton mit einem Rechenbeispiel anhand offizieller Zahlen: Eine Katze kann sich zwei- bis dreimal im Jahr fortpflanzen mit vier bis sechs Kitten je Wurf. Bei diesem Gedankenexperiment könnte ein Katzenpaar nach zehn Jahren theoretisch 80 Millionen Nachkommen haben.
Die Mitglieder des Tierschutzvereins appellieren daher an alle, die eine Katze haben oder sich eine anschaffen möchten. Die Kastration ist besonders wichtig, wenn private Freigängerkatzen gehalten werden. Die Eigentümer sollten sich schon bei der Anschaffung ihrer Verantwortung bewusst sein. „Wer sein Tier liebt, muss sich kümmern, um späteres Leid zu verhindern“, meint Anton.
Doch es bleibt im Verein nicht bei mahnenden Worten: In den vergangenen 20 Jahren hat der Tierschutzverein im Einzugsbereich Altkreis Wittstock und Heiligengrabe fast 1000 Katzen kastrieren lassen. Dafür wurden allein seit 2017 etwa 21 000 Euro ausgegeben. Das sind 90 Prozent der erhaltenen Spenden. „Dahinter steht ein Riesenengagement der Vereinsmitglieder“, so Hartwig.
Hand in Hand mit der Kastration kann das Chippen der Katze erfolgen. Der Tierarzt spritzt einen winzigen Mikrochip am Hals oder zwischen den Schulterblättern unter die Haut. Das Tier spürt nur einen kleinen Piks wie bei einer Impfung. Diese Maßnahme ist ein schneller, schmerzloser und lebenslanger Schutz, der die Katze eindeutig identifizierbar macht.
Der etwa reiskorngroße Mikrochip enthält lediglich eine individuelle Nummer. Es ist daher notwendig, dass der Tierhalter diese Nummer durch kostenlose Anmeldung bei einem Haustierregister mit seinen Kontaktdaten verknüpfen lässt. Das geht etwa mit Findefix, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes. Nur eine angemeldete Katze kann Eigentümern zurückgegeben werden.
Eine ihrer gechippten Katzen war entlaufen, berichtet Regina Hartwig aus eigener Erfahrung. Sechs Jahre später wurde die Vermisste wieder aufgefunden: Ein tierlieber Bürger hatte das alt gewordene und hilflose Tier zum Arzt gebracht. Bei der Untersuchung wurde der Chip entdeckt und die Eigentümerin ermittelt. Die Wiedersehensfreude war riesengroß. Hingebungsvoll kümmern sich die Mitglieder des Vereins aber auch um Fundkatzen, wenn sich kein Eigentümer ermitteln lässt. In diesem Jahr hat sich der Verein allein schon wieder um 36 Babykatzen und 21 erwachsene Fundkatzen gekümmert. Wichtig zu wissen: Fundtiere sind Fundsachen und müssen beim Ordnungsamt gemeldet werden. Auch bei der „Fundtieranmeldung“ hilft der Tierschutzverein.
Die aktuell betreuten Babykatzen werden auch an Tierliebhaber abgegeben. Marion Anton weist aber darauf hin, dass Interessenten unbedingt eine Verpflichtung zur Kastration abgeben müssen. Dann können die Tiere mit reinem Gewissen in gute Hände und ein liebevolles Zuhause gegeben werden. „Denn dann ist der Teufelskreis der ungeregelten Vermehrung unterbrochen“, bestätigt Regina Hartwig. Thomas WölkerDer Tierschutzverein Wittstock und Umgebung e.V. unterstützt Katzenhalter bei allen Fragen rund um die Vorsorge. Spenden sind herzlich willkommen:
DE 94 1605 0202 162 001 0700
Informationen zum Verein sind im Internet zu finden auf www.tierschutz-wittstock.de. Marion Anton steht für erste Beratungen auch telefonisch zur Verfügung unter den Nummern: 0172/2851054 oder 033966/60420.