Erste „RegioMed“-Lehrpraxisin der Prignitz Ärztenachwuchs für den ländlichen Raum
Bürgermeister Oliver Hermann gratulierte der Ärztin Benita Broza zur Zertifizierung als "RegioMed"-Lehrpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg.Foto: Antje KranzWittenberge. Die Wittenberger Allgemeinmedizinerin Benita Broza ist die erste Prignitzer Ärztin, deren Praxis eine Zertifizierung als „RegioMed“-Lehrpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg erhalten hat. Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos) gratulierte zu diesem Anlass vergangene Woche der Ärztin in ihrer Praxis. Um sich als „RegioMed“-Lehrpraxis zertifizieren zu lassen, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören die Weiterbildungsbefugnis der Landesärztekammer Brandenburg, eine Anerkennung als Lehrpraxis einer medizinischen Hochschule und die Teilnahme an einer jährlichen Mentoren-Schulung. Die Praxis von Benita Broza ist bei der Medizinischen Hochschule Brandenburg (kurz MHB) seit 2021 anerkannte Lehrpraxis und seit Juni 2022 akademische Lehrpraxis. Studierende der MHB und auch von anderen Universitäten beziehungsweise Hochschulen absolvieren in Wittenberge regelmäßig ihr Praktisches Jahr (PJ) sowie die notwendigen Famulaturen in der Hausarztpraxis. Die Famulatur ist ein Praktikum, in dem Medizinstudenten praktische Erfahrungen im Krankenhaus oder einer Praxis erlangen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KV) bemüht sich seit Jahren, Ärztenachwuchs für die ambulante Versorgung, insbesondere auf dem Land, zu gewinnen. Weiterbildungsnetzwerke, die finanzielle Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sowie in weiteren ausgewählten Fachgebieten oder die Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin, kurz KOWAB, sind Beispiele für die Bemühungen der KVBB, jungen Medizinern die ambulante Tätigkeit in Brandenburg schmackhaft zu machen. Die KV RegioMed Lehrpraxis stellt ein weiteres Förderinstrument dar.
„Die Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern kostet Zeit und Kraft“, sagt Benita Broza. Die Arbeit sei ihr aber sehr wichtig und unverzichtbar für die Nachwuchsgewinnung. In ihrer Hausarztpraxis wurde bereits eine Ärztin im PJ ausgebildet. Wenn es gut läuft, wird im Frühjahr 2025 noch eine Ärztin, die sich in Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin befindet, einen Teil der Ausbildungszeit in der Praxis von Broza absolvieren. Der Bürgermeister hofft, dass zukünftig noch weitere Praxen in Wittenberge dem Beispiel folgen. dre