Treffpunkt ist um 10 Uhr an den drei Rosenbeeten auf dem Laga-Gelände unmittelbar hinter der alten Bischofsburg, die von den Rosenfreunden gepflegt werden. „Gäste sind, wie immer, herzlich willkommen“, lädt Freundeskreisleiter Rainer Kröger ein. Mitzubringen sind eine scharfe Gartenschere, Gartenhandschuhe und der Teilnehmerbeitrag von fünf Euro. In diesem Jahr wurde als Referent der Gärtnermeister Frank Römer aus Pritzwalk gewonnen. Er zeigt, worauf es beim Schnitt der einzelnen Rosenklassen ankommt.
Für alle, die nicht teilnehmen können, haben die Rosenfreunde schon vorab Ratschläge. Geschnitten wird am besten an sonnigen, trockenen Tagen, um das Risiko von Pilzinfektionen zu minimieren. Wie kräftig und an welcher Stelle geschnitten wird, hängt von der Art der Rose ab. „Wir unterscheiden im Wesentlichen Beetrosen, Edelrosen, Bodendeckerrosen, Zwergrosen, Strauchrosen, Wildrosen, Kletterrosen und Ramblerrosen“, sagt Kirsten Große. Generell gelte allerdings, dass Rosen schnittverträglich seien und auch einen ungünstigen Schnitt durch Neuaustrieb ausgleichen könnten.
Mit scharfem und sauberem Werkzeug werden zunächst alle abgestorbenen und kranken Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Der Schnitt wird etwa fünf Millimeter oberhalb eines Auges oder neuen Austriebs angesetzt und sollte leicht schräg verlaufen, damit Regenwasser ablaufen kann. Die öfterblühenden Edel- und Beetrosen werden laut Faustregel auf eine Höhe von 15 bis 20 Zentimeter geschnitten. Bei schwachwachsenden Beetrosen lässt man drei bis fünf gesunde Vorjahrestriebe mit jeweils drei Augen stehen, bei starkwachsenden Beetrosen ebenfalls drei bis fünf Triebe mit jeweils fünf Augen. Bei Edelrosen bleiben je nach Wüchsigkeit drei bis sechs Triebe stehen, die stärkeren Triebe mit fünf, die schwächeren mit drei Augen.
Öfterblühende Strauchrosen werden weniger geschnitten. In der Regel werden die Langtriebe des Vorjahrs um ein Drittel eingekürzt. Übrige Verzweigungen sind auf drei bis fünf Augen zurückzuschneiden.
Einmalblühende Strauchrosen, zu denen die meisten historischen Rosensorten und fast alle Wildrosen gehören, bekommen keinen Frühjahrsschnitt, denn damit würden gerade die blütenbildenden Triebe gekappt. Im Frühjahr werden nur abgestorbene Triebe entfernt. Korrigierende Schnitte werden nach der Blüte ausgeführt. Allerdings wird ab dem fünften Standjahr immer im Frühjahr der älteste, dickste Trieb auf Bodenhöhe entfernt, um die Verjüngung anzuregen.
Die Stadt Wittstock ist in besonderer Weise mit der Rose verbunden, seit der Wittstocker Bischof Konrad von Lintdorf im 15. Jahrhundert Rosen pflanzen ließ und den Bürgern den Tanzplatz „Rosenplan“ schenkte. Der Wittstocker Lehrer Friedrich Hermann Richard Schneider begründete in den 1870-er Jahren die Tradition der Rosenzüchtung in der Stadt.
Der Verein Rosenfreunde Wittstock wurde 1995 gegründet und ist nach eigenen Angaben bis heute der einzige Freundeskreis der Deutschen Rosengesellschaft im Land Brandenburg. Näheres unter www.rosenfreunde-wittstock.de net