Wenn im März die Tage länger werden, wird im Garten und auf der Terrasse wieder viel gepflanzt. Töpfe, Kübel und Blumenbeete werden mit Frühlingsblühern bestückt, auch Stauden und Sträucher werden gepflegt. Die passende Gartenerde dafür gibt es zu kaufen, allerdings in verwirrender Vielfalt. Da ist von Blumenerde die Rede, von Balkonerde, Hochbeeterde, Anzuchterde, Kräutererde, Zimmerpflanzenerde, Graberde, Rasenerde, Gemüseerde, Rhododendren- und Hortensienerde, Rosenerde, Kakteenerde oder Zitruspflanzenerde. Es gibt sie als Bio-Pflanzerde, torfreduziert oder torffrei, im 10-, 20- oder 40-Liter-Sack. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten und zu entscheiden, welcher Sack nun eingekauft wird.
Gartenprofis sprechen in der Regel von Substrat, wenn sie vom Grundmaterial für die Bepflanzung reden. Das kann auch mal etwas anderes als Erde sein. Orchideen etwa wachsen in einem groben Materialmix aus Rindenstücken und Pflanzenfasern, manchmal auch Holzkohle oder Blähton. Das imitiert den Untergrund, in dem Orchideen natürlicherweise wachsen, die Astgabeln tropischer Urwaldbäume.
Bis vor Kurzem wurde für Garten und Balkon meist ein überwiegend aus Torf bestehendes Substrat verwendet. Das ändert sich gerade. Torf wird durch die Zerstörung von Mooren gewonnen, deren Erhalt wichtig ist, um den Klimawandel zu bremsen. Deshalb wird in der Regel torffreie oder torfreduzierte Gartenerde verwendet. Wobei der Begriff „torfreduziert“ oft eine Schönfärberei darstellt, denn solche Erden können laut Umweltverband BUND noch immer bis zu 80 Prozent Torf enthalten. Basis für torffreie Substrate ist meist eine Mischung aus Kompost, Holz- und Kokosfasern.
Diverse Zusatzstoffe machen aus der Pflanzenerde ein Spezialprodukt. Tomaten- und Gemüseerde etwa ist von vorneherein mit viel Dünger versetzt worden. Für bestimmte Kulturen wie Zitruspflanzen oder Rosen werden spezielle Zusatzstoffe beigemengt. Allerdings reicht für die meisten Kulturen Universalgartenerde grundsätzlich aus. Gedüngt wird dann jeweils nach Bedarf. Gerade bei kleinen Gärten oder beim Balkon ist es oft nicht möglich, für jede Pflanze die passende Erde zu besorgen.
Anders ist das etwa bei Rhododendren, Kamelien, Heidelbeeren oder Heidekraut. Sie sind sogenannte Moorbeetpflanzen und brauchen einen sauren Boden. Der pH-Wert sollte zwischen 4 und 5,5 liegen (der neutrale Bereich liegt bei 7). Bei einem zu hohen pH-Wert kränkeln die Pflanzen, Blätter verfärben sich und werden abgeworfen. Deshalb sollten sie nicht mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen werden, sondern möglichst mit Regenwasser. Die Spezialerde für Moorbeetpflanzen enthält oft Nadelholzhäcksel. Häufig ist sie unter dem Namen Rhododendrenerde erhältlich. Diese kann dann auch für die anderen Moorbeetpflanzen verwendet werden.
Ein spezieller Fall ist schließlich die Anzuchterde. Sie ist nährstoffarm, denn Gemüsekeimlinge brauchen in der ersten Entwicklungsphase wenig Nährstoffe. Ähnliches gilt für Kräuter. In ihrer Zusammensetzung ist Kräuter- oder Anzuchterde daher weitgehend identisch. net