Deutlich wird die einzigartige Entwicklung in der Position den Frontmanns: Die hatte Herbert Dreilich drei Jahrzehnte inne. Seit zwei Jahrzehnten steht sein Sohn an seiner Stelle: Claudius Dreilich. 50 Jahre KARAT sind zuallererst die großen Hits – inzwischen gestandene Klassiker. Die Band steht für fünf Dekaden deutsch-deutscher Musikgeschichte. Gleich im ersten Jahrzehnt entstehen etliche Meilensteine, in der BRD ehrt man sie mit Goldenen Schallplatten, sie sind Gast bei „Wetten dass…“ und Peter Maffay feiert seinen bisher größten Hit mit dem KARAT-Cover „Über sieben Brücken musst du geh‘n“. Das alles war eine Sensation – für eine Band aus dem Osten.
Die zweite Dekade beginnt mit der Verleihung der Goldenen Europa (1986) und endet im längst wiedervereinten Deutschland mit dem bereits zehnten KARAT-Album „Die geschenkte Stunde“ (1995). Das dritte Jahrzehnt vereint Highlights wie einen Auftritt beim „Rockpalast“ und eine Tournee mit dem Filmorchester Babelsberg, aber es endet tragisch: Herbert Dreilich erliegt 2004 seinem Krebsleiden. Eine neue Ära beginnt mit der vierten Dekade, denn mit Claudius Dreilich als neuem Sänger erlebt KARAT den Glücksfall, dass die Band den schweren Abschied zur Chance für die Zukunft umgedeutet hat. Neben vielen eigenen Tourneen sind sie Teil der „Ostrock Klassik“-Konzerte und freuen sich über die Interpretationen ihrer Songs von (unter anderem) Helene Fischer, Chris de Burgh und Max Raabe. In der bisher letzten Dekade wird mit Universal Music ein neuer Vertriebspartner für die neuen Alben gefunden. Die fünfte Dekade steht für einen weiteren Besetzungswechsel: Daniel Bätge sowie Heiko Jung sind die Neuzugänge an Bass und Schlagzeug.
Im Jubiläumsjahr lässt KARAT mit einer umfangreichen Tournee mit 75 Konzerten und mit einem neuen Album fünf Jahrzehnte Revue passieren und erinnert damit auch an die verstorbenen Musiker Herbert Dreilich, Thomas Kurzhals sowie Ed Swillms. Das ist das Schöne an diesem Jubiläum: KARAT feiert, aber die Band verabschiedet sich nicht. dre