Nich waderdicht

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-TeamNich waderdicht

De Murer Mau ut Wittenburg

harr mit sin Knei eins grote Sorg.

Dat pierte, un dat piekte so,

hei würd sin Läwdag nich mihr froh.

Un muerte hei Stein up Stein,

denn ded em weih dat ganze Bein.

„Mann, so kann dat nich wierer gahn,

harrst Du man lang’n wat dorbi dan!

Nu mak Di furts eins up den’n Weg,

ihrer dat nahstens ward so leeg,

dat Du in ’t Krankenhus möst rin“,

so gnuddert mit em sin Korlin.

Dor helpt kein Woans un kein Wenn,

hei möt nah sinen Dokder hen

un stähnt: „Nu kieken Sei dit blot,

min Knei is gor nich recht in Lot.

Ick weit nich, wat ick maken sall.

Is dat woll ’n ganzen leegen Fall?“

De Dokter ünnersöcht genau.

„Dat krigen wi all hen, Herr Mau.

Ick dau dat meist ja nich so giern,

doch hier möt ick nu eins punktiern.

Sei hebben Wader in dat Knei,

dorüm deit Sei dat ok so weih.“

„Nee, Dokder, dat mi dit mallürt!

Dat heww ick ja noch nie nich hürt.

Woans kümmt dor dat Wader rin,

is denn de Hut bi mi so dünn?“

Hei schürrköppt bannig oewerrascht:

„Ick heww dat Knei doch lang’ nich wascht!“

Ursula Kurz
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