Handwerk bewahrt Geschichte
Bundespreis in der Denkmalpflege ehrt auch dieausführenden Betriebe in der Restaurierung

Eine der ältesten Scheunen Brandenburgs wurde in Garsedow restauriert.Fotos: Handwerkskammer Potsdam/Kuste
wittenberge. Auszeichnungen im Rahmen des „Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege“ gingen unlängst auch für die Restaurierung der Scheune eines Vierseithofes in Wittenberge und eines Ackerbürgerhaus-Ensembles in Lenzen an der Elbe an die ausführenden Handwerksunternehmen und Eigentümer in der Prignitz. So bekam der Erhalt der Scheune eines von vier Flügeln umschlossenen landwirtschaftlichen Wirtschaftshofes im Wittenberger Ortsteil Garsedow den in den Wettbewerb integrierten Wolfgang und Ursula Engelbarts-Förderpreis für besonders hervorragende Restaurierungsleistungen an denkmalgeschützten Gebäuden. Nach der umfangreichen Instandsetzung des Vierseithofes hatte sich der Eigentümer Horst Schönfeld dafür entschieden, die alte Scheune als Teil des Ensembles zu erhalten.

Mit Unterstützung erfahrener Partner wie der Zimmerei Fred Klimaschewski in Perleberg und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege, die die Bedeutung des Fachwerkbaus erkannte, entstand eine außergewöhnliche Ergänzung des Ensembles. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem außergewöhnlichen Fachwerkhaus von 1554 um eine der ältesten Scheunen Brandenburgs. Als Trauzimmer des zuständigen Standesamtes konnte der Teil des Ensembles auch wieder einer angemessenen Nutzung zugeführt werden.

Mit dem integrierten Handwerkerpreis wurden zudem die Zimmerei O. Ihlau in Cumlosen, ein Lehmputz-Betrieb sowie die Eigentümer Silke und Rolf Müller für den Erhalt eines Ackerbürgerhauses mit Scheune und Nebengebäuden in Lenzen an der Elbe ausgezeichnet.

Insgesamt wurden mit dem Handwerk-Bundespreis in der Denkmalpflege 2025 Ende des vergangenen Jahres sechs Eigentümer und 46 Handwerker aus Brandenburg prämiert. 2025 war der Preis in den Bundesländern Thüringen und Brandenburg ausgeschrieben worden, im begonnenen Jahr 2026 stehen Bremen und Nordrhein-Westfalen an.

Der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und vom Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam vergebene Preis wird jährlich in zwei Bundesländern an private Eigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. „Denkmalschutz wäre ohne die Handwerkskunst nicht möglich – es ist die Kompetenz, das Engagement und die Leidenschaft der Handwerkerinnen und Handwerker, die mit Präzision und Respekt die Substanz unserer Geschichte bewahren“, würdigte die Chefin der brandenburgischen Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider (SPD), in ihrer Festrede die ausgezeichneten Handwerker. Sie seien es, „die durch ihre Arbeit nicht nur alte Gebäude restaurieren, sondern auch unsere Identität und kulturelle Vielfalt erhalten“. In einer schnelllebigen, digitalen Welt erinnere die Denkmalpflege daran, wie wertvoll traditionelle Techniken und gewachsenes Wissen sind, so die Ministerin. „Die heute ausgezeichneten Projekte und Handwerksbetriebe zeigen eindrucksvoll, wie das brandenburgische Handwerk unsere Baukultur lebendig hält“, ergänzte die Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus, Corina Reifenstein, für den Zentralverband. gd



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