Der deutsche Name Schönaster kommt eben nicht von ungefähr. Noch vor gut 100 Jahren galt sie als Unterart der Astern, 1825 wurde sie dann in die eigenständige Gattung Kalimeris sortiert. Unabhängig von der korrekten botanischen Schublade gedeiht sie bestens. „Schon der Zeitpunkt ihrer Blüte macht sie wertvoll“, erklärt Staudengärtnerin Ulrike Leyhe. „Kalimeris öffnet die Knospen, wenn die Fülle des Frühsommers vorüber ist und die Zeit der Spätblüher erst noch kommt.“
Schönastern sind wenig anspruchsvoll: Sonnige bis halbschattige Standorte und frische bis mäßig trockene Böden sagen ihnen zu. Ihr Nährstoffbedarf ist gering bis mittelmäßig. Ihr zweiter deutscher Name – Sibirische Buschaster – deutet darauf hin, dass sie nicht frostempfindlich ist. Ein besonders geschützter Standort ist verzichtbar, Winterschutz ebenso. Daher ist es problemlos möglich, sie zwischen März und November zu pflanzen, sobald oder solange der Boden offen ist.
Der Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen. Dann werden die abgestorbenen Pflanzenteile bodennah abgeschnitten und machen Platz für den neuen Austrieb. Auch ohne das Entfernen von Verwelktem blühen die Scheinastern weiter. Fachfrau Ulrike Leyhe hält das Ausputzen während der Blüte nicht für nötig: „Ich finde bei Kalimeris alle Entwicklungsstadien attraktiv: Knospen, Blüten und auch die verblühten kleinen Knöpfe ergeben ein schönes Gesamtbild.“
Bislang ist das Angebot an Schönastern übersichtlich. Viele der erhältlichen Sorten sind Auslesen der weiß blühenden Kalimeris incisa. Die ebenfalls weiße Sorte ‘Alba’ sieht der reinen Art ähnlich, hat etwas größere Blüten und wird rund 70 cm hoch. Bei ‘Madiva’ mischt sich ein Hauch von Violett in die weißen Blüten. Die 60 bis 80 cm hohe ‘Madiva’ ist nicht nur standfest, sondern wächst dicht und in kugeliger Form. Mit ‘Blue Star’ und ‘Jürgen Wever’ sind auch Sorten in einem zarten Blauviolett zu haben. Staudengärtnereien bieten noch einige weitere Sorten an, die einen Platz im Garten verdient haben. Auch höhere Sorten sind nicht anlehnungsbedürftig, erzählt Ulrike Leyhe: „Schönastern sind sehr standfest und brauchen keine Stützen. Das ist wirklich ein sehr großer Pluspunkt im Garten.“ Regenschauern trotzen sie ebenso ungerührt wie windigen Wetterlagen. Gestalterisch bietet Kalimeris viele Möglichkeiten. In naturnahe Gärten fügt sie sich ebenso selbstverständlich ein wie in eine prächtige Rabatte: Ihr horstförmiger Wuchs macht sie zu einer guten Begleiterin im Beet, die andere Stauden nicht bedrängt. net