Einst wurden für die Filmwerbung „Gebrauchspapiere“ erstellt, die nur für wenige Tage oder Wochen aufgehängt worden sind. Danach wurden sie meistens weggeworfen. Schon sehr bald haben dann wenige Sammler angefangen, diese Kunstwerke zu archivieren. 20, 30, 50 und 100 Jahre lagern manche Plakate in Schubfächer in Kellern oder auf Böden. 40 Kunstwerke der Filmwerbung werden nun für gut zwei Monate im Atelier am Schuhmarkt gezeigt.
Hunderte Filmplakate wurden dafür gesichtet. Für die Auswahl waren ausschlaggebend die Größe der Plakate (20 cm x 30 cm bis 140 cm x 200 cm), namhafte Grafiker als ihre Urheber, die Länder, aus denen sie stammen (alle Kontinente sind vertreten), die Jahreszahl ihrer Veröffentlichung (1950 bis 2000), der Inhalt des Films, die Art der Plakate (wie das Thema umgesetzt wurde) und die Rolle des Films in der Filmgeschichte. Eine Besonderheit zeigt sich in der Entwicklung der Filmplakate in der BRD und der DDR in den Jahren 1970 bis 1990.
Dadurch, dass die Ostblockstaaten ein wenig vom internationalen „Starsystem“ abgekoppelt waren, war die Filmplakat-Grafik im Osten nicht so vielen kommerziellen Interessen unterworfen. Im Westen entschieden Filmverleihe und Produktionsfirmen in der Regel über den Aufbau eines Filmplakates mit. Verträge – auch mit den Stars – legten oft fest, welcher Kopf oder welcher Name an welcher Stelle und in welcher Größe auf dem Plakat zu sehen sein sollte. Hier hatten alle, die im Auftrag des Progress-Filmverleihes der DDR arbeiteten, manchmal sogar mehr gestalterische Freiheiten als in den westlichen Ländern. Auch aus diesem Grund bildete sich in vielen Ländern des Ostblocks, wie zum Beispiel auch in Polen, eine eigenständige Plakat-Ästhetik aus. dreDie Ausstellung im Atelier am Schuhmarkt (Schuhmarkt 7, Perleberg) ist nach der Vernissage mittwochs und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sie läuft bis zum 24. April.