„Im Inneren des 1846 erbauten Gebäudes wird mit Hochdruck gearbeitet“, heißt es aus dem Wittenberger Rathaus. Bereits ab April sollen die neuen Mieter in das Gebäude einziehen. Dazu gehören unter anderem das Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz sowie die Kleinstadt-Akademie. Beide beziehen im Obergeschoss Büroräume mit einem gemeinsamen Empfangsbereich. Ein angrenzender, begehbarer Lichthof bringt zusätzliches Licht in die Büroräume. Das TGZ wird über die eigenen Büroräume hinaus im zweiten Obergeschoss einen Coworking Space sowie weitere Büros für Gründer und Start-ups vermieten. Weitere Besprechungsräume stehen künftig im Erdgeschoss zur Verfügung. Der historische Säulensaal, ehemals der Wartebereich der zweiten Klasse, könnte künftig für Veranstaltungen genutzt werden.
In den ehemaligen Mitropasaal gelangen Bahnreisende und Gäste zukünftig über eine Drehtür, die derzeit eingebaut wird und nur von innen sichtbar ist. Mit der Feldküche Wittenberge wird es hier künftig ein gastronomisches Angebot geben. Auch Toiletten, ein Fahrkartenschalter und Sitzgelegenheiten stehen den Gästen künftig zur Verfügung. Das historische Ambiente des Saals wird aufwendig aufgearbeitet. Besonders gut erkennbar ist dies an der bereits abgeschlossenen Sanierung der Stuckdecke des Saals.
Neben dem TGZ Prignitz und der Kleinstadt-Akademie ziehen ab April auch das Jobcenter Prignitz sowie die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreies Prüfen (DGZfP) in das Bahnhofsempfangsgebäude ein. Während das Jobcenter Prignitz einen eigenen Eingangsbereich im Erdgeschoss erhält und weitere Räumlichkeiten im ersten und zweiten Obergeschoss nutzen wird, zieht die DGZfP künftig in den ehemaligen Eingangs- und Wartebereich im Erdgeschoss des Gebäudes. Hier entstehen derzeit Schulungs- und Seminarräume, mit denen das Unternehmen die bestehenden Angebote am Schillerplatz erweitern möchte. Ein besonderes Detail ist derzeit nur im zweiten Obergeschoss zuerkennen. Ein Großer Lichtschacht führt künftig Licht vom Dach bis in das Erdgeschoss. Eines von vielen Details, mit denen das beauftragte Architekturbüro Kannenberg wieder den Glanz alter Tage in das Gebäude zurückbringt. So sei in der Nachkriegszeit viel von der ursprünglichen Ausstrahlung des prächtigen Bahnhofsgebäudes verloren gegangen, sagt Architektin Bärbel Kannenberg.
Während Gastronomie und Fahrkartenverkauf mit der geplanten Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Hamburg–Berlin zur Verfügung stehen sollen, will die Stadt die abgeschlossenen Arbeiten im Sommer gemeinsam mit den Wittenbergerinnen und Wittenbergern feiern.
Am 13. Juni sollen das Bahnhofsempfangsgebäude sowie das Bahnhofsumfeld offiziell eingeweiht werden. Passenderweise lädt der angrenzende Historische Lokschuppen am selben Wochenende zum „Sommerdampf“ ein. dre