Endspurt für Heckenschnitt
Noch bis Ende Februar ist das Kürzen ohne Einschränkung möglich

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Wer einen Heckenschnitt plant, sollte sich beeilen. Starke Rückschnitte sind laut Bundesnaturschutzgesetz nur noch bis Ende Februar erlaubt. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben zwar auch danach noch gestattet. Aber die Heinz-Sielmann-Stiftung, in deren Obhut sich die Kyritz-Ruppiner Heide und weitere Naturlandschaften im Land Brandenburg befinden, empfiehlt, in der Vegetationsperiode komplett auf solche Eingriffe zu verzichten.

„Aus biologischer Sicht ist ein Heckenschnitt in der Regel im Herbst sinnvoll, da viele Gehölze ihr Wachstum abgeschlossen haben und in die Winterruhe übergehen“, erklärt Heiko Schumacher, Tierschutz-Experte bei der Stiftung. Dann verkraften die Pflanzen den Beschnitt meist besser. Zudem sei die Brutzeit der Vögel vorbei.

Wer das Zeitfenster im Spätherbst verpasst habe, könne jetzt an frostfreien Tagen im Februar noch tätig werden, bevor ab März viele Vögel und andere Tiere beginnen, ihre Nester zu bauen und Nachwuchs zu produzieren. Dabei sollten sie nicht gestört werden. Der Experte empfiehlt: „Wer Vögeln und anderen Wildtieren etwas Gutes tun möchte, sollte zwischen März und September vollständig auf Heckenschnitte verzichten.“

Hecken sind weit mehr als grüne Grundstücksgrenzen. „Sie verbinden als sogenannte Trittsteinbiotope Wald und Offenland und bieten zahlreichen Tierarten ganzjährig Nahrung, Schutz und Rückzugsräume“, sagt Schumacher. Vögel und Kleinsäuger finden darin auch Winterquartiere. Werden heimische Sträucher benutzt, liefern sie zudem mit ihren Beeren eine wichtige Nahrungsquelle.

Ein regelmäßiger, maßvoller Schnitt erhält die Vitalität von Hecken. Er verhindert, dass Sträucher von innen verkahlen, fördert einen dichteren Wuchs und verlängert ihre Lebensdauer. Wichtig ist es dabei, nicht radikal „auf Stock“ zu setzen, sondern angepasst vorzugehen und die natürliche Struktur zu erhalten. „Wer das Schnittgut teilweise als lockeren Reisig- oder Totholzhaufen im Garten belässt, schafft zusätzlich wertvolle Lebensräume für Insekten, Igel und andere Tiere“, lautet ein Tipp von Heiko Schumacher. So wird aus der Gartenpflege ein aktiver Beitrag zum Naturschutz.

Noch bis Ende März ist im Übrigen der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt von Obstbäumen. Vitalität und Ertragskraft der Bäume werden gefördert, wenn sie vor Beginn der Vegetationsperiode einen Rückschnitt erhalten, der sie zu Wachstum anregt. Das gilt insbesondere für Kernobst, also Apfel- und Birnbäume, während Steinobst, also Kirsche, Pfirsiche und Mirabellen, besser nach der Ernte beschnitten werden. Zudem ist es wichtig, dass die Schere an den richtigen Stellen angesetzt wird. Anleitungen dafür gibt es als Videos im Netz oder schriftlich im Buchhandel. Mitunter werden auch Obstbaumschnittkurse unter Anleitung von Experten angeboten. net
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