Der Dornröschenschlaf
ist beendet
Auf Schloss Meyenburg soll es bald ein Archäologiecafé geben

So soll es nach Fertigstellung aussehen: eine Visualisierung des neuen Archäologiecafés. Foto: Stefanie Kroll Kreativköpfe
Meyenburg. Kürzlich begannen auf dem Schloss Meyenburg die Bauarbeiten für ein neues Projekt: Dort soll bald ein besonderes Café eröffnen. Während der Sanierungsarbeiten des Schlosses in den 2000er Jahren waren im Ostflügel mehrere Warmluftöfen aus dem Mittelalter gefunden worden. Einer der Öfen wurde freigelegt und später in einem nicht öffentlich zugänglichen Raum von einem Holzfußboden überdeckt und gesichert. Dieser Ofen stammt aus dem 13. Jahrhundert, noch aus dem Vorgängerbau des Schlosses, einer markgräflichen Burg. Öfen dieser Art sind außerordentlich selten und waren dem Hochadel vorbehalten.

Durch sie wurden Räume rauch- und schmutzfrei über den Fußboden beheizt. Mit der Initiative Zeitschätze Prignitz entwickelten die Stadt Meyenburg und der Trägerverein der Museen des Schlosses Meyenburg die Idee, den Ofen der Allgemeinheit zugänglich zu machen und aus dem Dornröschenschlaf zu befreien. Dies soll mit dem Projekt Archäologiecafé in einer Kombination aus musealen Elementen und Cafébetrieb realisiert werden. Der Ofen steht offen im Zentrum des Raumes und wird, geschützt durch eine Glasbrüstung, barrierefrei zugänglich gemacht. Über digitale Visualisierungen soll die Wirkungsweise des Ofens veranschaulicht werden. Aber auch haptische Elemente wie der Nachbau von Bodenfliesen mit Regulierungsstopfen zeigen, wie vor rund 700 Jahren für Wärme in der Burg gesorgt wurde.

Während der Ausgrabungen gefundene Artefakte sowie Nachbildungen wertvoller Originale werden interessante Einblicke in die mittelalterliche Lebenswelt ermöglichen. Nach fünf Jahren Planung beginnen in diesem Monat die Bauarbeiten für den Meyenburger Zeitschatz. Voraussichtlich werden diese bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Das Projekt wird mit Mitteln der europäischen Union gefördert. dre

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