Mara-Sophie Hildebrand setzte sich als Frau in dem männerdominierten Beruf durch. Ihr Vater Marko Hildebrandt ist Landwirt. Da für Mara-Sophie diese Arbeit körperlich zu schwer ist, überlegten beide zusammen, welche berufliche Richtung sie einschlagen könnte. Dabei kamen sie auf den Kfz-Bereich. Im Kfz-Service-Center Ingo Preuß in Meyenburg belegte sie zunächst ein Schülerpraktikum. Dann begann die Lehre als Kfz-Mechatronikerin und sie ist begeistert von ihrem Job. „Es gibt immer was Neues und macht viel Spaß”, sagt die 19-jährige. Zu ihren Arbeiten gehören die Wartung und die Instandsetzung von Kraftfahrzeugen.
Die Laudatio hielt diesmal der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst. „Wer aufhört, Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu”, zitierte er den Dichter Theodor Fontane. „Geschicklichkeit, Präzision und jahrelange Übung gehören zu ihrer Arbeit dazu. 21 der bisherigen Azubis werden heute in den Kreis der Fachkräfte aufgenommen. Sie planen, installieren und reparieren. Sie sind die Fachkräfte, auf die sich die Betriebe und die Kunden verlassen. Seien Sie stolz auf ihren Abschluss”, richtete er seine Worte an die Gesellen. Der Gesellenbrief sei nicht nur ein Stück Papier. Er sei die Eintrittskarte in die Fachwelt. Die Junggesellen rief er auf, nicht vor Weiterbildungen wie ein Studium oder der Meisterschule zurückzuschrecken oder einen Betrieb zu übernehmen. „Wir brauchen Sie. Sie dürfen stolz sein”, betonte er und dankte den Eltern sowie den Prüfern. Den frisch gebackenen Gesellen wünschte er viel Glück und gratulierte zum erfolgreichen Abschluss.
„Wir wollen heute Danke sagen und Ihnen ein paar Dinge mitgeben”, kündigte Konrad Ahrendt, zweiter Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz an. „Der Gesellenbrief ist das Ergebnis von Fleiß und Durchhaltevermögen. Darauf können Sie stolz sein. Strom muss fließen und Autos müssen fahren. Sie halten Dinge am Laufen. Das Handwerk ist systemrelevant”, sagte er. Handwerk habe einen festen Boden. Anders sei es in der Verwaltung. „Die eine oder andere Verwaltungsetage wird es in den nächsten zehn Jahren nicht mehr geben”, prognostizierte er. Die Junggesellen ermutigte er auch neue Wege zu gehen. „Gestalten Sie die Zukunft mit! Packen Sie es an!”
„In grauer Vorzeit war es Tradition, dass die Lehrlinge am letzten Tag ihrer Lehre den letzten Schlag von ihrem Meister bekamen”, sagte Kreishandwerksmeister Heiko Wegner. Nach diesem alten Brauch schlug er die Gesellen mit drei Hammerschlägen auf die Handwerkslade frei, in denen sich die Gesellenbriefe befanden. Damit wird die Anerkennung für den verdienten Gesellentitel kundgetan, die Handwerksmeister geehrt und die Gesellen aufgefordert, dem Handwerk in Zukunft treu zu bleiben.
Kreishandwerkerschaft-Geschäftsführerin Katrin Kühnel-Steinbeck rief die Gesellen in Dreier-Gruppen nach vorn, wo Ihnen die Gesellenbriefe übergeben wurden. Es gratulierten die Handwerksmeister, Obermeister, Fachlehrer und der Handwerkskammer-Präsident. Auszeichnungen gab es für Maurice Geib, Finn Schnicke und Vincent Richter. Maurice Geib lernte aufgrund seiner guten Leistungen vorzeitig aus und erreichte als Gesamtergebnis die Note Sehr Gut. Die andern beiden erreichten die Note Gut.
Die Besten aus der Kfz-Innung erhielten von der Firma Mathis Weiterbildungsgutscheine, die ihnen Mathis-Mitarbeiter Norbert Herting überreichte. Damit können sie in verschiedenen Bereichen an Weiterbildungen teilnehmen.