Weniger Torf im Beet
Wie es im Garten ohne das klassische Substrat geht

Pflanzerde gibt es auch komplett ohne Torf.Foto: Adobe Stock/andreaobzerova
Pflanzerde – das war lange Zeit in erster Linie Torf. Torf ist ein Material, das wunderbar Wasser speichern kann, von Natur aus frei ist von Unkrautsamen und durch die Zugabe von Dünger präzise auf die jeweiligen Bedürfnisse verschiedener Pflanzen eingestellt werden kann. Entstanden ist Torf in Mooren durch die Zersetzung organischer Substanzen über mehrere Tausend Jahre. Allerdings sind der Torfabbau und die Trockenlegung der Moore mitverantwortlich für den Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre und die Klimakrise. Deshalb hat ein Umdenken eingesetzt. Torf sollte möglichst nicht mehr im Garten eingesetzt werden.

Laut einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2024 von den insgesamt 4,6 Millionen Kubikmetern Blumenerde, die in Deutschland an Hobbygärtner verkauft wurden, zwar nur 23 Prozent komplett torffrei, gerade mal ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Aber in den übrigen Pflanzerden sank der Torfanteil im gleichen Zeitraum von 47 auf 38 Prozent. Die eingesetzte Torfmenge ging um 18,4 Prozent auf 1,4 Millionen Kubikmeter zurück. Auch im gewerbsmäßigen Gartenbau ging der Torfanteil in den Substraten zurück, von 72 auf 63 Prozent.

Um ähnliche Eigenschaften wie beim Torf zu erzielen, kommt es bei torffreien oder torfreduzierten Pflanzerden auf eine ausgewogene Mischung der Bestandteile an. Häufig eingesetzt werden Grüngutkompost, Rindenhumus, Holzfasern und Kokosmark. Kokos kann ähnlich wie Torf gut Wasser speichern und ist sehr strukturstabil. Rindenhumus sorgt für eine gute Durchlüftung. Grüngutkompost enthält bereits viel Kalium und Phosphor, hat dadurch düngende Eigenschaften. Holzfasern können wenig Wasser halten, binden gleichzeitig Stickstoff, sodass bei höherem Nährstoffbedarf entsprechend mit stickstoffhaltigen Düngern nachgebessert werden muss. Die können im Garten teilweise auch selbst hergestellt werden, zum Beispiel in Form von Brennnesseljauche. Durch eine gute Mischung der Bestandteile kann erreicht werden, dass auch mit torffreier Erde die verschiedenen Pflanzen den Boden bekommen, den sie brauchen.

Insgesamt gilt allerdings, dass mit torffreier oder torfreduzierter Erde etwas anders gegärtnert werden muss als mit einem klassischen Torfsubstrat. Das betrifft vor allem das Wässern. Torf kann pro Liter etwa 800 Milliliter Wasser aufsaugen. Auf einen solchen Wert kommen torffreie Erden selbst dann nicht, wenn sie reichlich Kokosmark enthalten. Das bedeutet, dass bei reichlichem Gießen höhere Anteile des Gießwassers einfach in tiefere Schichten durchrauschen. Daher gilt es, lieber öfter und dafür kleinere Mengen zu gießen. Wichtig ist das insbesondere bei Töpfen und Pflanzkübeln.

Hobbygärtner können torffreie Anzuchterde im Garten auch selbst herstellen. Dazu mischt man reifen Kompost mit Gartenerde vom Beet und Sand zu etwa gleichen Teilen. Um Unkrautsamen und Krankheitserreger abzutöten, empfiehlt es sich, die Erde rund eine halbe Stunde auf einem Backblech im Ofen bei 150 Grad zu sterilisieren. net
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