Perleberg blühte Ende des 19. Jahrhunderts auf. Firmengründungen, eine nach der anderen, bescherten der Kreisstadt wirtschaftliche Prosperität und bürgerlichen Wohlstand, das Stadtbild wurde mit qualitätsvollen Bauwerken, Bürgerhäusern, Gartenanlagen und Stadtmöbeln verschönert, die von einfühlsamen Architekten und Bau-, Zimmer- und Maurermeistern entworfen wurden – allen voran Max Viereck, Carl Achtel, Carl Seimert oder Hermann Witte.
In der Innenstadt etablierten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr Ladengeschäfte und auch Kaufhäuser. An der Peripherie gründeten sich Fabriken mit ihren markanten, mit Schornsteinen bestückten Werksgebäuden und ihren Fabrikantenvillen. Entlang der Berliner und der Wittenberger Straße, der Lindenstraße, am heutigen Friedrich-Engels-Platz (ehemals Hindenburg-Platz) und im Bahnhofsviertel entstanden schmucke Bürgervillen und hoben das architektonische Stadtbild enorm. Die Wirtschaft florierte und die Innenstadt war außerordentlich belebt durch Handel und Wandel. Die Ausstellung im Rathaus widmet sich einigen der damals prosperierenden Unternehmen der Stadt. Vorgestellt werden unter anderem die legendäre Konditorei mit Tanzcafé Voigt in der Wittenberger Straße 95/96 (heute das Restaurant „statt café“) und die in Perleberg im 19. und 20. Jahrhundert ansässigen Buchbinder, Buchdrucker und Zeitungsverleger. Weitere Tafeln illustrieren beispielsweise die Geschichte der Traditionsfirma Koch, die noch heute besteht und 1861 von den Brüdern Wilhelm und Friedrich Koch als Maschinenbaufabrik gegründet wurde. Auch auf das älteste in Perleberg nachgewiesene Gewerbe, die Schuhmacher, wird eingegangen. Die Ausstellung ist im Rathaus im Rahmen der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zugänglich, der Besuch kostenlos. dre