Geplant ist unter anderem ein jederzeit zugänglicher, touristischer Rundweg über das Areal rund um das Kletzker Schloss. Dieser soll mit mehreren Informations- und Erlebnisstationen gespickt sein. Denkbar wären beispielsweise klassische Informationstafeln, digitale Inhalte per QR-Code oder App sowie moderne Elemente wie Augmented Reality (AR). AR ist die computergestützte Erweiterung der menschlichen Realitätswahrnehmung. Digitale Informationen, Grafiken oder 3D-Objekte werden in Echtzeit über die reale Umgebung eingeblendet. So sollen Besucher die Geschichte des Ortes künftig auf unterschiedliche Weise entdecken können.
Gleichzeitig bleiben Sicherung und der Erhalt der Ruine zentraler Bestandteil des Projektes, sagte Gordon Thalmann, Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur des Landkreises Prignitz. Derzeit werden Vorstudien vorbereitet und verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie einzelne Bereiche der Anlage zugänglicher gemacht werden können. Eine mögliche Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Eigentümern Lutz und Jan Lange, die das ehemalige Schloss inzwischen als Eventlocation saniert haben. Ebenso wird das Landesdenkmalamt künftig beteiligt.
Über das Engagement Langes, das in privater Hand liegende Areal neu zu beleben und öffentlich nutzbar machen zu wollen, zeigten sich alle erfreut. „Ich bin beeindruckt. Die Prignitz hat etwas, das man nicht kaufen kann: Menschen, die anpacken. Ehrenamtliche, die Denkmäler retten. Jugendliche, die mitmachen. Kommunen, die kreative Kooperationen auf die Beine stellen. […] Das zeigt: Kultur im ländlichen Raum ist keine Kür. Sie ist Heimat. Und diese Heimat stärken wir – mit verlässlicher Partnerschaft, mit konkreten Mitteln, und mit dem klaren Signal: Die Prignitz ist keine Peripherie, sondern genauso im Herzen Brandenburgs wie Potsdam“, so Manja Schüle.
Das Projekt verfolgt mehrere Ziele: Neben dem Erhalt eines historischen Erbes soll Kletzke als weiterer touristischer Ankerpunkt in der Prignitz entwickelt werden. Gleichzeitig spielt das Areal bereits heute eine wichtige Rolle für Forschung, Denkmalpflege und Bildungsarbeit. So arbeiteten unter anderem die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Universität Potsdam sowie die „Jungen Archäologen Prignitz“ in der Vergangenheit in Form von verschiedenen Grabungs- und Forschungsprojekten auf dem Areal in Kletzke. „Das Projekt gilt inzwischen als beispielhaft dafür, wie wissenschaftliche Arbeit, Denkmalpflege und kulturelle Entwicklung erfolgreich miteinander verbunden werden können“, heißt es aus dem Büro des Landkreises. dre