Aktionsprogramm für Brandenburgs Handwerker
Kammern, Landesregierung und Gewerkschaft engagieren sich gemeinsam für die Zukunft des Handwerks

Das Aktionsprogramm ist unterzeichnet. Foto: HWK Potsdam/Kuste
Brandenburg. Am 5. Juni unterzeichneten die Landesregierung, die brandenburgischen Handwerkskammern und der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg das Aktionsprogramm 2026-2029 „Zukunft des Handwerks im Land Brandenburg“. Damit setzen sie ihre Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fort und bekräftigen ihr gemeinsames Engagement für die rund 37 500 brandenburgische Handwerksbetriebe mit ihren fast 185 000 Beschäftigten.

„Das Handwerk, die Betriebe und ihre Beschäftigten sind ein Garant für Wohlstand und Fachkräftesicherung im Land, aber auch sozialer Anker in den Regionen Brandenburgs“, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Mit dem ehrenamtlichen Engagement in Prüfungsausschüssen oder in Vereinen würden Handwerkerinnen und Handwerker einen unschätzbaren Beitrag zum Gemeinwohl in Brandenburg leisten. „Dies verdient besondere Anerkennung“, so der Ministerpräsident des Landes Brandenburg weiter. Das neue Aktionsprogramm schaffe die Grundlage für die Zusammenarbeit des Handwerks und der Landesregierung für die nächsten Jahre. Woidke: „Das Handwerk kann sich auf die Unterstützung der Landesregierung verlassen.“

Mit der Neuauflage des Aktionsprogrammes verabreden die Partner unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses, bei der Umsetzung der Energiewende, zur Förderung von Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen sowie zur Stärkung der Selbstverwaltungsstrukturen im Handwerk. Sie verständigen sich darauf, bewährte Förderinstrumente fortzuführen und weiterzuentwickeln sowie weitere, bedarfsgerechte Maßnahmen zu ergreifen. Die Partner setzen dabei auf eine starke Sozialpartnerschaft, um zum Beispiel die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber zu steigern. Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) erklärte anlässlich der Unterzeichnung des Aktionsprogramms: „Das Handwerk ist eine wichtige Säule unserer brandenburgischen Wirtschaft und steht für Stabilität und Tradition, aber auch für Veränderungsbereitschaft und Innovation.“ Das neue Programm setze gezielt Impulse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe zu sichern. Die Landesregierung unterstütze das Handwerk mit zielgerichteten Förderprogrammen und sorge für praxistaugliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastung der Betriebe. „Handwerksmeisterinnen und -meister übernehmen unternehmerische Verantwortung, sichern Qualität und tragen entscheidend zur Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bei. Dies werden wir als Landesregierung mit einem Bonus für erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfungen honorieren“, so die Wirtschaftsministerin.

Für Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, ist das Aktionsprogramm „ein wichtiges Bekenntnis der Landesregierung zum brandenburgischen Handwerk“. Entscheidend sei jetzt, dass aus den Vereinbarungen schnell spürbare Entlastung in den Betrieben werde. Die zugesagte Unterstützung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung sei dafür ein wichtiger Baustein. Denn sie „sichert Ausbildungsqualität, entlastet Betriebe und stärkt die Fachkräftebasis von morgen“, so der Kammerpräsident. Genauso wichtig sei ein Bürokratieabbau, der im Betriebsalltag tatsächlich ankommt.

Nach Einschätzung von Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg, steht das Handwerk in Brandenburg „vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Nachfolgesuche, Energiewende und Digitalisierung bewegen den gesamten Sektor“. Landesregierung, Handwerkskammern und der DGB Berlin-Brandenburg hätten deshalb das Aktionsprogramm „Zukunft des Handwerks im Land Brandenburg 2026–2029“ gemeinsam weiterentwickelt. Es stärke die berufliche Bildung, sichere Unternehmensnachfolgen und verbessere Wohnraum- und Mobilitätsangebote für Auszubildende. Entscheidend bleibe aber, mahnt Techen: „Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, braucht gute Arbeitsbedingungen. Mehr Tarifbindung ist dafür der stärkste Hebel.“ Der DGB setze sich deshalb für ein Tariftreuegesetz in Brandenburg ein und bringe Landespolitik, Handwerkskammer und Betriebsräte im „Dialog für Gute Arbeit“ zusammen. so
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