Weetst du noch,wie d’ fröher war

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-Team

Nach der Melodie „Alle Vögel sind schon da“ kann man dieses Lied singen, das einst Heinz Müller aus Stüdenitz schrieb:

Weeten ji noch, wie d’ fröher war,

to de ollen Tieden,

ohne Fernsehen, Radio,

trotzdem warn wi alle froh.

Weetst du noch, wie d’ fröher war,

to de ollen Tieden.

Mudder koakt de Erwtensupp

för de grod’ Familie.

Oh, dat war een schönet Äten,

alle hem se kräftig fräten.

Weetst du noch ...

Keen een kennte ’n Supermarkt

un ook keen Konserven.

Petersilie, Suppengröön

wussen in de Gordens schön.

Weetst du noch ...

Fröher mök man sick schön fien,

in’n Sommer gäwt völ Feste.

Opa treckte ’n Gehrock an,

Omas Kleed har Rüschen dran.

Weetst du noch ...

Kinder bröcht’ de Klapperstork,

jedet Johr een neiet.

Hüüt, da gewt dat Diert kum mehr,

un de Weegen bliewen leer.

Weetst du noch ...

Reisen deit hüt jeder gern,

wenn d’ geiht wiet hen noh Süden.

Fröher kam dat nich in’n Sinn,

man führte blot de Ernte in.

Weetst du noch ...

All sin’ hüt ganz dull gehetzt,

finden keene Ruh nich.

Fröher war dat Läwen schön

un dato noch angenehm.

Könnt et hüt noch moal so sind,

wie in olle Tieden!

Hochdüütsch räd’t hüt jung und old,

„okay” tönt et datwischen.

Fröher hem wi plattdüüsch snackt,

un dat klung so week un sacht.

Künnt et hüt noch moal so sind,

wie in olle Tieden!

Kyritz is ne schöne Stadt,

met uns, met de Plattdüütschen.

Wi räden platt, weil dat nix kost’t

und holln tosamm wie Pell un’ Wost.

Unner uns föhln wi uns woll,

wie in olle Tieden!

Heinz Müller
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