Zecken: Klein,
aber gefährlich
Nach längeren Aufenthalten im Freien wird eine
gezielte Suche empfohlen – Versicherungen können
finanzielle Folgen einer Erkrankung abfedern

In Wiesen und an Waldrändern fühlen sich Zecken leider wohl.Fotos: HUK-Coburg, Adobe Stock/Michael
Brandenburg. Steigende Temperaturen, wie sie derzeit im Sommer auch in Mitteleuropa offenbarer geworden sind und milde Winter haben Zecken, die als Überträger gefährlicher Krankheiten bekannt sind, früher aktiv werden lassen, als sonst üblich. Seit Wochen häufen sich Meldungen darüber. Zecken sind zwar klein und lautlos, aber teils gefährlich.

Zu den bekanntesten Krankheiten, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sind und von Zecken übertragen werden können, zählen FSME – eine gefährlichen Form der Hirnhautentzündung – und Borreliose, die zu Entzündungen des Nervensystems führen kann. Darauf macht unter anderem die Versicherungsgruppe HUK-COBURG aufmerksam.

Gerade im Sommer, wenn Ausflüge ins Grüne, Gartenarbeit und andere Aktivitäten im Freien besonders beliebt sind, steigt auch das Risiko für Zeckenstiche. Wohl fühlen sich die Blutsauger vor allem im Gebüsch, in lichtem Unterholz, an Waldrändern und im hohen Gras. Der relativ kleine Parasit nistet sich oftmals unbemerkt beim Wirt ein. Bei Menschen setzt er sich bevorzugt in Achselhöhlen, der Leistengegend, Kniebeugen, am Bauchnabel und Haaransatz fest. Dort durchstechen Zecken die Haut ihrer Opfer und saugen sich fest. Das Sekret, das sie dabei in die Wunde spritzen, wirkt gerinnungshemmend und betäubend. Bis eine Zecke satt ist, können durchaus mehrere Tage vergehen.

Die Krankheitserreger werden meist nicht direkt nach dem Stich, sondern oft erst Stunden später übertragen. Daher ist eine gezielte Zeckensuche nach einem Aufenthalt im Freien hilfreich und sinnvoll, um die lästigen Blutsauger zu finden und rasch zu entfernen. Experten empfehlen, den Parasiten hautnah mit einer Pinzette oder Zeckenzange anzufassen, um ihn danach mit möglichst wenig Druck herauszudrehen. Der Kopf darf nicht steckenbleiben. Von alten Hausmitteln wie Klebstoff oder Öl sollte Abstand genommen werden, empfiehlt die HUK-COBURG. Sie helfen demnach nicht, sondern schaden eher, denn im Todeskampf spritzt die Zecke oft Krankheitserreger in die Wunde.

Gegen die Viruserkrankung FSME schützt eine Impfung. Gewarnt wird aber auch vor Borreliose. Dabei handelt es sich um eine Bakterieninfektion, die zu dauerhaften Gesundheitsschäden führen kann, bis hin zur Invalidität. Darum sollte die Einstichstelle ungefähr vier Wochen lang im Auge behalten werden. Sobald sich rote Flecken zeigen, ist ein Arzttermin wichtig.

Kommt es doch zur Erkrankung mit Dauerschädigung, kann es gut sein, Vorsorge getroffen zu haben, so die Versicherungsgruppe. Eine private Unfallversicherung hilft, finanzielle Folgen abzusichern. Allerdings schließe nicht jeder Vertrag einen Zeckenstich und seine Folgen automatisch mit ein. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man sich bei seinem Versicherer nach dem Umfang seines Versicherungsschutzes erkundigen. gd/WS

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