Abtauchen indie Bronzezeit
„König-Hinz-Performance“ lässt Geschichte amKönigsgrab von Seddin lebendig werden

Prähistoriker Jens May (Mitte) erläutert am Grabhügel Bestattungsriten der Bronzezeit.Fotos: Jens Wegner
Groß  Pankow / Seddin. Bald ist es wieder so weit: Am Samstag, dem 29. August, findet am Zeitschätze-Prignitz-Standort Königsgrab Seddin die „König-Hinz-Performance“ statt. Große und kleine Geschichtsfans können dann in die bronzezeitliche Vergangenheit der Region eintauchen und Geschichte hautnah erleben. Veranstaltet wird die Performance – eine große szenische Darbietung rund um die historischen Ereignisse – von der Gemeinde Groß Pankow und dem Förderverein der Kulturakademie Prignitz e. V. Anders als in den Vorjahren liegt der Termin diesmal nicht im Juni zur traditionellen Sommersonnwende, sondern auf dem letzten Samstag im August, damit aufgrund der früher einsetzenden Dämmerung auch Familien mit Kindern das traditionelle Feuerspektakel möglichst unkompliziert erleben können.

Das Königsgrab in Seddin ist eine der bedeutendsten bronzezeitlichen Grabanlagen im nördlichen Mitteleuropa. Für viele Prignitzer ist es die „Herzkammer“ ihres Landkreises. Mit Bekanntwerden des Fundes der sogenannten „Halle des Königs“ im November 2023 erhielt der Ort eine europaweite mediale Aufmerksamkeit. Als großes Archäologie-Fest findet die „König-Hinz-Performance“ alle zwei Jahre am Originalschauplatz statt. Über 800 Besucher nahmen an der Veranstaltung im Jahr 2024 teil. Der namensgebende „König Hinz“ steht im Mittelpunkt dieses Events, das Geschichte für Geschichtsfans und Familien erlebbar macht.

Im Zentrum der Veranstaltung steht auch in diesem Jahr das traditionelle Schauspiel: Unter dem Titel „Die Ahnen des Königs“ lassen Reenactment-Profis und Laien die Zeit des sagenumwobenen „König Hinz“ so authentisch wie möglich lebendig werden. Auf dem Programm stehen außerdem wieder die überaus beliebten Schaugrabungen und archäologischen Führungen über das Areal, bei denen die Experten Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen und Jens May, Prähistoriker vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, die neuesten Erkenntnisse über das Königsgrab Seddin und dessen näheres Umfeld erläutern. Archäologische Ausstellungen, ein Auftritt des „GroßPankChors“, ein Angebot für Kinder sowie gastronomische Angebote runden das Programm ab.

Gefördert wird die Veranstaltung durch das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und den Prignitz-Sommer. Gordon Thalmann, Leiter des Sachbereichs Bildung, Denkmalschutz und Kultur in der Kreisverwaltung Prignitz, betont die Rolle der Performance für die Vermittlung von geschichtlichem Wissen an ein breites Publikum: „Für die Zentralen Archäologischen Orte sind Veranstaltungsformate wie die König-Hinz-Performance von unschätzbarem Wert. Wir wollen Geschichte unserer Vorfahren wieder sichtbar machen. Die Kombination aus fundierter Archäologie und künstlerischer Inszenierung schafft einen völlig neuen, authentischen Zugang zu unseren historischen Wurzeln, der lange im Gedächtnis bleibt.“ dre

Weitere Informationen zur König-Hinz-Performance und deren Programm gibt es im Internet auf www.koenig-hinz.de





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