Drei olle Frugens

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-TeamDrei olle Frugens

Ein warme Sünn liggt oewern Park. –

De Gärtner furwarkt mit sien Hark –

poor Aanten schwemm’ in’n Diek ümher-

de Wääg sünd binah minschenleer ...

Ein Lewark hoch in ’t Blaag jub’liert –

ein oll Mann mit sien’n Hund spaziert

un up ein Bänk, de schattig steiht,

dor maken sich drei Frugens breit. –

Sei drusen sachtens vör sich hen,

blot af un an, so denn un wenn,

lött ein von ehr ’n Gedanken fri ---

de annern hojahn’n lut dorbi! –

Doch millewiel wür sich ergäben,

dat sei nu wak – anfang’n tau räden,

un sich ok freugen so bilütten,

hüt hier so nett bisam’n tau sitten. –

Sei all’ sünd dankbor un taufräden,

noch oewer jeden Dag von ’t Läben. –

Just seggt de ein, schlohwitt dat Hoor,

„Ik bün all achtunsoebntig Johr. -

Glöwt ji mi dat, wenn ik erwähn:

Mi fählt bet hüt noch nich ein Tähn?”­

„Dat glöw ik di, dat is woll wohr”,

nickköppt de nägst’, „ik hew mien Hoor,

bet up dat Waschen, nie behannelt;

Un wer as ik dörch ’t Läben wannelt -

gaut achtig Johr sünd ’t ok intwischen,

de brukt ok hüt kein Farw mangmischen!” ­

Nu mellt sich kroensch, as dat nu dücht,

de Drütt, de ok nich trüchstahn mücht:

„Wat ji woll wullt! --- Wat sall ik seggen! –

Ik will mi nich up ’t Strieden leggen ...

Dat ik de Öllst bün, is je klor,

mit mien gaut tweiunnägentig Johr! --­

Doch wur ik stolz up bün, - mi freu:

Ik bün noch Jungfru! - Toi, toi, toi!”

Helmut Hillmann
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