Fledermäuse im Garten
Nachtblühende Pflanzen und Unterschlüpfe helfen den nützlichen und bedrohten Tieren

Fledermäuse jagen nachtaktive Insekten. Foto: Adobe Stock/creativenature.nl

Wer in der allmählich wieder früher einsetzenden Dämmerung den Himmel im Blick behält, kann sie mitunter entdecken: Fledermäuse, die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Als Insektenfresser spielen sie eine wichtige Rolle für ein ökologisches Gleichgewicht, vertilgen auch Schädlinge wie den Falter des Eichenprozessionsspinners. Wer sie fördern will, kann seinen Garten fledermausfreundlich gestalten.

Zu erkennen sind Fledermäuse an ihrem Flugverhalten mit besonders ruckhaften Richtungsänderungen. Sie nutzen Echoortung, um sich in der Dunkelheit zu orientieren und ihre Beute zu orten. Im Land Brandenburg sind nach Angaben des Naturschutzbunds (Nabu) 19 der bundesweit 24 vorkommenden Fledermausarten anzutreffen, besonders oft zum Beispiel Zwerg- und Wasserfledermäuse.

Bedroht sind die Tiere vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft. Nachtfalter und andere Fluginsekten sind dadurch seltener geworden. In unserem Garten können wir den Fledermäusen helfen, indem wir Pflanzen anbauen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.

Auf ein Fledermausbeet gehören nach Auskunft des Nabu Pflanzen, die für Nachtfalter attraktiv sind, zum Beispiel Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte. Auch Nachtkerze, Mondviole, Prachtkerze, Blutweiderich und Mädesüß passen auf ein solches Beet. Viele dieser Pflanzen locken durch ihren intensiven Duft die nachtaktiven Insekten an. Oft haben sie helle oder weißliche Blüten, die auch in der Nacht noch gut wahrnehmbar sind. Grundsätzlich fördert eine Gestaltung mit vielen heimischen Pflanzen den Bestand tag- wie nachtaktiver Insekten im Garten – und damit auch der Fledermäuse. Auch ein Gartenteich ist nützlich, weil er Insekten anzieht.

Grelles Licht, zum Beispiel durch illuminierte Fassaden, meiden die lichtscheuen Nachtjäger. Die Beleuchtung im Garten und am Haus sollte deshalb sparsam erfolgen. Naturschützer raten, sich auf die absolut notwendige Beleuchtung etwa zwischen Straße und Haustür zu beschränken, die Lichtquellen auf den Boden auszurichten und bei LED-Leuchten solche mit einem hohen Rot-Orange- und niedrigen Blau-Anteil zu wählen.

Vielfach fehlen den Fledermäusen Quartiere, in denen sie den Tag verbringen können. Natürlicherweise nutzen sie dafür hohle Bäume oder alte Spechthöhlen, die in der aufgeräumten Landschaft selten geworden sind. Auf Dachböden ziehen sich die Tiere gerne zurück, wenn sie durch schmale Ritzen hineingelangen können. Durch Sanierungen werden ihnen solche Wege aber oft versperrt.

Im Handel werden Fledermauskästen angeboten, die im Garten aufgehängt werden können. Durch einen offenen Spalt an der Unterseite kommen die Tiere herein und krallen sich an der rauen Rückwand fest. Grundsätzlich gilt: Der Kasten muss in mindestens drei Metern Höhe mit freien Anflug aufgehängt werden. Ein Anzeichen für eine zumindest vorübergehende Besiedlung ist es, wenn auf dem Boden unter der Kastenöffnung Spuren von Fledermauskot zu finden sind. Er riecht nicht, ist dunkelbraun bis schwarz und kann Insektenreste wie Chitinpanzer enthalten. net
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