Brandenburg vorn bei Grippe-Impfschutz
WHO-Ziel wird dennoch deutlich verfehlt –Arzneimittelreport: Probleme bei Pflegebedürftigen

Foto: Adobe Stock/roxcon
Brandenburg. In Brandenburg lassen sich vergleichsweise viele ältere Menschen gegen die Grippe impfen. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Impfquote von 75 Prozent zu erreichen, wird dennoch sowohl in der Region als auch bundesweit deutlich verfehlt. Nach Daten des Arzneimittelreports der BARMER-Krankenversicherung waren im Jahr 2023 immerhin 52,3 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft. Damit belegt Brandenburg im bundesweiten Vergleich den zweiten Platz unter den Bundesländern, noch vor Berlin mit 49,4 Prozent auf Platz 3.

Eine im Vergleich zu Brandenburg noch höhere Impfquote wurde lediglich in Sachsen-Anhalt mit 55,2 Prozent erreicht. Der bundesweite Durchschnitt liegt mit 40,8 Prozent deutlich niedriger. Das WHO-Ziel, das schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle deutlich reduzieren soll, ist also noch weit entfernt.

Gerade für ältere Menschen sei die Impfung ein entscheidender Schutz, sagt Gabriela Leyh, Landeschefin der BARMER für Berlin und Brandenburg: „Mit zunehmendem Alter reagiert das Immunsystem schwächer. Eine Grippeschutzimpfung kann das Risiko für schwere Krankheitsverläufe erheblich senken und Krankenhausaufenthalte vermeiden.“

Problematisch ist die Situation laut Arzneimittelreport bei Menschen mit erhöhtem gesundheitlichen Risiko. „Vor allem für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie für Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt kann eine Infektion mit Influenza schwerwiegende Folgen haben“, warnt Gabriela Leyh. Dennoch wurde im Jahr 2023 mehr als die Hälfte dieser Versicherten nicht gegen Grippe geimpft.

Bundesweit lag die Impfquote im Jahr 2023 unter Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen bei 48,9 Prozent. Bei pflegebedürftigen Menschen im häuslichen Umfeld lag sie mit 45,6 Prozent sogar noch niedriger. Auffällig ist zudem, dass pflegebedürftige Menschen ab 70 Jahren seltener geimpft werden als gleichaltrige Personen ohne Pflegebedarf, obwohl sie ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen tragen.

Innerhalb der älteren Bevölkerung insgesamt zeigen sich Unterschiede. Besonders niedrig ist die Impfquote bei 60- bis 64-Jährigen, von denen in Brandenburg nur 33,3 Prozent gegen Grippe geimpft sind. Erst ab einem Alter von 70 Jahren überschreitet die Quote die Marke von 50 Prozent. gd
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