Wenn jemand „über den grünen Klee“ gelobt wird, dann wird er in den höchsten Tönen gepriesen, sogar ein wenig über Gebühr. Die Redensart ist alt, ihre Herkunft unklar. Der Duden sieht den Ursprung im Mittelalter, als Klee mit Frische und Frühling in Verbindung gebracht wurde. Nicht mehr ganz so bekannt ist die Wendung „im Klee leben“, im Sinne von herrlich und in Freuden leben. Der Hintergrund: Auf Wiesen mit viel Klee fand das Vieh gutes Futter. Gut genährtes Vieh aber machte auch seine Besitzer wohlhabend.
Heute hat die Pflanzengattung Klee (Trifolium) oft nicht mehr den guten Ruf von einst. Vielleicht zu Unrecht. Klee bindet Stickstoff aus der Luft, durch eine Symbiose mit Knöllchenbakterien. Dadurch verbessert er den Boden auf natürliche Weise. Er wächst vor allem dort gut, wo Stickstoffmangel herrscht. Bestimmte Kleesorten werden darum als Gründüngung genutzt. Außerdem ist Klee ausgesprochen trockenheitsresistent. Auch ohne Bewässerung bewahrt der zu den Hülsenfrüchtlern gehörende Klee lange seine Frische. An heißen Tagen war jetzt zu sehen, dass mit Klee durchsetzter Rasen weniger schnell verbrannte. Im Sommer barfuß über eine Kleewiese zu gehen, ist eine Wohltat. Allerdings ist es bei blühendem Klee anzuraten, das nur mit Vorsicht zu tun – sonst könnte eine Biene in die Fußsohle stechen. Bienen lieben den Nektar der Kleeblüten.
Weitere Vorteile der Pflanze: Eine Klee-Wiese wächst etwas langsamer als herkömmlicher Rasen und muss seltener gemäht werden. Klee bildet schnell einen dichten Teppich und unterdrückt damit andere unerwünschte Wildkräuter sowie Moos. Der am häufigsten im Rasen vorkommende Weißklee ist zudem essbar. Blätter und Blüten können als Zutat für den Salat geerntet werden.
Bei den Liebhabern eines gepflegten Rasens werden diese Argumente vermutlich trotzdem nicht verfangen. Klee ist nicht so belastbar wie herkömmlicher Rasen, für die regelmäßige Beanspruchung durch Sport und Spiel daher nicht geeignet.
Vor allem aber durchbrechen Kleeflächen die strenge Regelmäßigkeit des Rasens, er wirkt dadurch wilder und ungepflegter. Es gibt zudem eine gewisse Rutschgefahr, das gilt insbesondere dann, wenn der Klee feucht ist.
Den Klee zu beseitigen, ist mit Mühsal verbunden. Am Anfang stehen das Vertikutieren und Ausharken. Weil Klee tief wurzelt, muss das gegebenenfalls wiederholt werden. Einzelne Kleepflanzen können auch mit dem Unkrautstecher entfernt werden. Anschließend wird Rasen nachgesät, vor allem dort, wo Lücken entstanden sind. Die Fläche muss mehrmals im Jahr gedüngt werden, denn Klee gedeiht am besten auf nährstoffarmen Böden, nicht so gut auf frisch gedüngten Flächen. Schließlich darf vor allem im Sommer nicht vergessen werden, regelmäßig den Rasensprenger laufen zu lassen. Gräser bleiben nur dann grün und frisch, wenn sie mit ausreichend Wasser versorgt werden. Ansonsten vertrocknen sie schnell.
Wer aber trotz einer solchen Prozedur noch immer Klee im Rasen findet, sollte nicht verzweifeln. Schließlich gilt die Pflanze seit alten Zeiten als Symbol der Liebe und – zumindest in vierblättriger Variante – auch als Glücksbringer. net