De niege Bahnstreck

Der Wochenspiegel veröffentlicht in loser Folge Texte auf Plattdeutsch. Unterstützt werden wir dabei vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg e.V. sowie vom Plattdeutschen Stammtisch Wittstock. Dafür vielen Dank! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen beim Lesen! Ihr Wochenspiegel-Team

In Dagelow ward in dit Johr

ein lang’n all hägter Drom nu wohr:

Hier ward dat einen Bahnhoff gäben,

mit ’n Bahngleis hen bet Achterläben.

De Präsident de harr vermellt,

prat liggt dat hiervör nödig Geld.

Sogor dat Land, so hürt man segg’n,

würd ok ein gadlich Summ’ taulegg’n.

Denn is ’t sowiet! Von Bahn un Land

gäb’n all de Hogen sich de Hand.

Ierst hürt man von ehr grote Räden,

denn ward ein Schläufenband dörchschnäden,

Nahst stöten s’ Spadens in de Ier,

so as dat gang un gäf stets wier,

dortau blast ein Fü´rwehrkapell ...

Sogor dat Fiernseihn is tau Stell!

Un ein Reporter, de würd wagen,

de „Prominenten“ nu tau fragen,

ob de nieg’ Streck, de hier entsteiht,

ein orrer twei Gleis’ hebben deit.

Die „Hogen“ kieken still sich an ­

Keinein hiertau wat seggen kann.

Nich mal de Burmeister, de weit

up disse Frag hen hier bescheid.

An ’n Ingenieur sall hei sich wenn’,

de möt je dit ganz nipping kenn’! –

As de Reporter dissen fröggt,

seggt de: „Ierst ward blot ein Gleis leggt.

Wi fangen von twei Sieden an,

denn kümmt väl schneller man vöran!

Drapen sei in de Mirr sich denn,

legg’n wi de Streck eingleisig hen.

Lop’n aneinanner sei vörbi,

gellt hier ein anner Strategie ...

wenn ihr wi denn kein’n Utweg kenn’n,

ward dees Streck woll tweigleisig enn’!”

Helmut Hillmann
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