In Pritzwalk steht mit der Bibliothek ein ganz besonderer Bau im Fokus der Aufmerksamkeit: Seit seiner Errichtung in den Jahren 1977/78 befindet sich das Gebäude in weitgehend unverändertem Zustand – sogar der originale Teppichboden und das Mobiliar sind noch vorhanden – und ermöglicht somit einen unmittelbaren Blick auf die DDR-Architektur und -Ausstattung dieser Zeit in der Prignitz.
Gordon Thalmann, Sachbereichsleiter Bildung, Denkmalschutz und Kultur in der Kreisverwaltung Prignitz, hebt die geschichtliche Bedeutung des Gebäudes hervor: „Als denkmalgeschütztes Zeugnis der Ost-Moderne verbindet das Gebäude die heutige Mediennutzung im Obergeschoss sowie das Stadtarchiv im Keller. Es verknüpft die lebendige Gegenwart mit unserer Geschichte und ist ein echtes Beispiel dafür, wie gebaute Infrastruktur bis heute den gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhalt sichert.“
Eröffnet wird der Tag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pritzwalker St.-Nikolai-Kirche. Ab 11.30 Uhr verlagert sich das Geschehen dann in die Stadtbibliothek, Kietz 64, wo die Ausstellung „Leseland DDR“ der Bundesstiftung Aufarbeitung die Kulturgeschichte der SED-Diktatur im Spiegel der Literatur in vielen Facetten beleuchtet.
Auf dem Programm stehen darüber hinaus eine Führung durch das Gebäude (12 Uhr) sowie Themenvorträge des Kunsthistorikers Dirk Schermer über die Architektur der Stadtbibliothek (14 Uhr) und des Prignitzer Kreisarchäologen Torsten Geue über die Pritzwalker Burg und die Stadtbefestigung im Bürgerpark (15 Uhr). Auf Familien mit Kindern wartet ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm.
Wer selbst gerne Eigentümer eines historischen Hauses werden möchte, der kann sich zudem bei der „Denkmalbörse“ über derzeit zum Verkauf stehende Denkmale in der Prignitz informieren. Für das leibliche Wohl ist mit Soljanka und Muscheleis sowie Kaffee und Kuchen gesorgt.Der Tag des offenen Denkmals findet jedes Jahr am zweiten Wochenende im September bundesweit statt und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er ist der deutsche Beitrag zum Programm „European Heritage Days / Journées européennes du patrimoine“. Mehr als 6500 Denkmale in Deutschland stehen den Besucherinnen und Besuchern offen und laden zum Entdecken und Staunen ein. Das bundesweite Programm ist im Netz unter www.tag-des-offenen-denkmals.de einsehbar. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Glücksspirale. WS