Pflegeleichte Schönheit
Herbstanemonen bieten eine Fülle filigraner Blüten

Foto: Adobe Stock/manuela_merl
Wenn viele andere Stauden im Blumenbeet schon verblüht sind, ziehen die Herbstanemonen die Blicke auf sich. Wobei der Name der Pflanze ein wenig in die Irre führt: Frühe Sorten öffnen bereits im Sommer ihre Blüten. Andere aber kommen tatsächlich erst im September zur vollen Entfaltung und bereichern auch im Oktober noch den Garten mit ihrer Farbenpracht. Ihre zarten Blüten gibt es in vielen Farbtönen, von Reinweiß über Zartrosa bis hin zu kräftigem Pink und Karminrot.

Einige Sorten haben gefüllte Blüten. Die sind dicht und pomponartig, kommen dadurch gut zur Geltung und wirken üppig. Allerdings hängen sie nach Regenfällen mitunter tief nach unten. Zur Vorbeugung können die Pflanzen mit einem Staudenring gestützt werden. Ungefüllte Sorten wirken leichter und filigraner. Sie trocknen nach dem Regen besser ab und sind weniger anfällig für Fäulnis. Außerdem können Wildbienen an Nektar und Pollen gelangen, die ihnen bei gefüllten Züchtungen verwehrt sind. Daher sind ungefüllte oder halbgefüllte Sorten zu bevorzugen.

Botanisch zählen die Stauden zur Gattung der Windröschen (Anemone), die wiederum zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) gehören. Verwandt sind sie zum Beispiel mit unseren heimischen Buschwindröschen, die in lichten Wäldern manchmal in großen Teppichen wachsen und im zeitigen Frühjahr blühen. Die Herbstanemonen dagegen sind kein hiesiges Gewächs. Sie wurden im 19. Jahrhundert aus dem Fernen Osten nach Europa gebracht.

Beliebt sind zum Beispiel japanische Herbstanemonen (Anemone Japonica-Hybriden). Diese Sorten erreichen Höhen bis zu 130 Zentimetern und zeichnen sich durch elegante, rispenartige Blütenstände aus. Anders als manche anderen Sorten neigen sie nicht übermäßig dazu, sich auszubreiten. Das ist ein Vorteil, denn bei Herbstanemonen kann starke Vermehrung manchmal zu einem Problem werden. Wenn sie einen guten Standort möglichst im Halbschatten haben – Staunässe vertragen sie nicht, zu viel Trockenheit auch nicht – dann sind sie sehr pflegeleicht, neigen allerdings auch dazu, sich sehr stark auszubreiten. Aber keine Sorge: Mit dem Spaten kann der Überschuss leicht eingedämmt werden. Empfehlenswert ist es, im Frühjahr die überschüssigen Teile zu entfernen oder zu üppige Stauden zu teilen.

Das Frühjahr ist auch der beste Zeitpunkt für eine Neupflanzung. Kombinieren lässt sich die Staude gut zum Beispiel mit Fetthenne (Sedum) oder Silberkerze (Cimicifuga). Interessante Partner können auch dekorative Gräser wie das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) sein.

Nach der Blüte bilden die Herbstanemonen markante Samenstände aus, die schön anzusehen sind. Über die Samen können sich die Pflanzen auch selbst vermehren. Allerdings haben die Nachkommen nicht unbedingt die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanzen. Eine sortenechte Vermehrung gelingt nur über Teilung oder Wurzelschnittlinge. Dazu werden im Frühling oberflächliche Ausläufer abgeschnitten und Wurzelstücke in Töpfe gepflanzt. net
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