Wie praxisnah und fruchtbar diese Kooperation ist, zeigte sich erst in den vergangenen Wochen: Zwei Studierende aus dem Fachbereich Holz konnten ihre Bachelorarbeiten erfolgreich verteidigen. Sie widmeten sich zwei bedeutenden mittelalterlichen Kirchen-Bohlentüren aus Triglitz und Uenze.
Parallel dazu zeigt die Kooperation auch im Bereich Stein wichtige Ergebnisse. Im gesamten Monat September absolvierte die FHP-Studentin Sophie Kluge ein vierwöchiges Praktikum in der Prignitz. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf der Weiterführung der landkreisweiten Gesamterfassung aller Gefallenendenkmale. Darüber hinaus beschäftigte sich die angehende Restauratorin intensiv mit dem Denkmal für die Gefallenen mehrerer Kriege aus Barenthin. Bei diesem großen Steindenkmal – bestehend aus einem Mittelteil mit den Namen der Toten des Ersten Weltkriegs sowie Flügeln für die Gefallenen von 1813-1815 und 1866/1870 – führte sie eine umfassende Bestands- und Schadensaufnahme durch. Diese Vorarbeit dient nun zur Vorbereitung dringend notwendiger Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen.
Während ihrer Zeit in der Prignitz wurde sie in der voll möblierten Gäste- und Studentenwohnung der Wohnungsgesellschaft Perleberg am Sportplatz untergebracht. Dieses Angebot wurde über das Projekt „Willkommen in der Prignitz“ initiiert – einer Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaftsinitiative und der Stadt Perleberg, um jungen Fachkräften den Einstieg in der Region zu erleichtern.
„Das Praktikum im Denkmalschutz des Landkreises Prignitz hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mein theoretisches Wissen hier direkt in die Praxis umsetzen. Die Kombination aus der kreisweiten Erfassung und der Bestandsaufnahme am Barenthiner Denkmal war eine wertvolle und interessante Erfahrung. Ein echter Pluspunkt war auch die gemütliche und voll ausgestattete Studenten- und Gästewohnung, die mir über die Perleberger Wohnungsgesellschaft GWG zur Verfügung gestellt wurde – ich habe mich dort sofort zu Hause gefühlt“, berichtet Kluge von ihren Erfahrungen in der Prignitz.
Die nächsten Vorhaben laufen bereits an: In den kommenden Wochen werden drei weitere Studierende aus dem Master-Studiengang Holz-Konservierung & Restaurierung ihre Arbeiten in der Prignitz aufnehmen. Im Fokus stehen dabei hochkarätige historische Objekte der Region. Zum einen wird der besondere mit Schablonenmalerei verzierte Eichenholz-Sakristeischrank aus der Kreuzburger Kirche untersucht, der sich heute im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg befindet. Zum anderen widmen sich die Studierenden den historischen Fußböden im Renaissance-Schloss Demerthin sowie auf der Plattenburg. Auch hier stehen die Bestandserfassung sowie die Ausarbeitung konkreter Konservierungs- und Restaurierungskonzepte im Mittelpunkt. WS