Viele unserer Fensterbank-Bewohner stammen aus tropischen Regenwäldern. Sie wachsen dort im Schatten der Urwaldriesen und kommen auch mit wenig Licht gut zurecht. Andere, zum Beispiel Zitruspflanzen, Palmen oder Gummibäume, können dagegen durch den Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit kränkeln. Ihnen können wir mit Kunstlicht helfen. Lange, weiche Triebe oder kleine, hellgrüne Blätter sind ein Warnsignal, an dem der Lichtmangel erkennbar ist. Die Pflanzen werden dann auch anfälliger für Schädlinge. Im schlimmsten Fall überstehen sie den Winter nicht.
Die Bedingungen für eine künstliche Beleuchtung der Zimmerpflanzen haben sich durch die Entwicklung der LED-Technik deutlich verbessert. Moderne LEDs sind nicht nur besonders sparsam, sodass die Stromkosten gering sind, ihr Licht lässt sich auch noch genau auf die Bedürfnisse der Pflanzen ausrichten. Für die Fotosynthese benötigen sie vor allem blaue und rote Lichtanteile, die im Winter das Tageslicht nur sehr sparsam liefert. Die Pflanzenlampen sind entsprechend eingestellt und liefern vor allem Licht in diesen Wellenlängen. Gute Wachstumsbedingungen entstehen dann, wenn das Lichtspektrum dem Bedarf gut angepasst ist. Der Fachhandel kann bei der Auswahl beraten. Gesteuert werden die Lampen am besten über die Zeitschaltuhr. Erhalten die Pflanzen etwa zwölf bis 14 Stunden täglich das Zusatzlicht, entspricht das in etwa den Bedingungen in ihrer tropischen oder subtropischen Heimat.
Gut aufnehmen können die Pflanzen das Licht übrigens nur dann, wenn ihre Blätter möglichst staubfrei sind. Gerade auf großblättrigen Pflanzen sammelt sich der Staub mitunter schnell in einer dicken Schicht an. In der Regel reicht es, alle zwei bis vier Wochen die Blätter vorsichtig mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Alternativ ist es auch möglich, die Pflanzen in die Dusche zu stellen und behutsam mit lauwarmem Wasser abzuduschen. Achtung: Der Wurzelballen sollte nicht überwässert werden. Deshalb wird er bei dieser Prozedur am besten in einen Müllbeutel gewickelt.
In der Regel wird das zusätzliche Kunstlicht für Zimmerpflanzen nur in den dunklen Monaten von November bis Februar benötigt. Ab März liefert die Sonne zumindest am Südfenster genug Energie für das Pflanzenwachstum. Wer über die Technik verfügt, kann sie dann allerdings als Starthilfe für die Anzucht von wärmeliebenden Gemüsepflanzen auf der Fensterbank verwenden. Paprika und Chili, Auberginen oder Artischocken können teilweise schon im Januar in Töpfen vorgezogen werden. Wenn die Keimlinge sich dann zeigen, hilft ihnen die Extraportion Licht, um schnell zu wachsen. Auch später ausgesäte Gemüsesorten wie Tomate, Gurke oder Kürbis können von einer Anzucht unter Kunstlicht profitieren. net