Der richtige Ort, umsich kennenzulernen
Am OSZ in Neuruppin präsentieren Unternehmen der Region100 Ausbildungsberufe – Bildungsmesse für OPR findet am 24. Januar statt

Stefan Dirkes von der Agentur für Arbeit, Axel Leben von der Inkom, Sarah Lindemann von der Kreishandwerkerschaft, OSZ-Leiterin Uta Kleemann, REG-Chef Steffen Müller und André Wiesner von der IHK (v. l.) freuen sich auf die 18. Bildungsmesse. Foto: Juliane Becker
Neuruppin. Schwindelfrei genug für den Dachdecker-Beruf? Mutig genug, einen Zug zu steuern? Mit Virtual-Reality-Brillen können Jugendliche bei der Bildungsmesse 2026 in Neuruppin testen, was ihnen liegt. Zur 18. Auflage werden in diesem Jahr 86 Arbeitgeber aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin erwartet.

Am Samstag, dem 24. Januar, präsentieren sie im Oberstufenzentrum (OSZ) in Neuruppin mit zahlreichen Mitmach-Aktionen ihre Angebote zur Berufsausbildung, zum dualen Studium sowie zu Praktika und Ferienjobs. Axel Leben, Geschäftsführer der Neuruppiner Wirtschaftsfördergesellschaft Inkom, rechnet mit einer „vollen Hütte“.

„Die Bildungsmesse ist für Jugendliche eine echte Chance, sich zu orientieren, sich zu präsentieren oder sich auch direkt bei einem Unternehmen zu bewerben“, sagt Stefan Dirkes, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Die Agentur richtet die Messe gemeinsam mit der Inkom, der Industrie- und Handelskammer, der Regionalentwicklungsgesellschaft (REG), der Handwerkskammer und dem OSZ aus.

Präsentiert werden insgesamt 100 Ausbildungsberufe vom Handwerk über Gastronomie und Industrie bis hin zu Gesundheitswesen und Verwaltung, sagt André Wiesner, Chef des IHK-Regionalcenters. Neu dabei seien in diesem Jahr die Justizvollzugsanstalt Wulkow, das Neuruppiner Modehaus Bruns und die berufsgenossenschaftliche Bildungsstätte Linowsee.

In einer Broschüre zur Messe hat die IHK alle ausstellenden Unternehmen zusammengestellt. Das Heft wird am 24. Januar in den Häusern und auf dem Gelände ausliegen; ein QR-Code auf der Rückseite der Broschüre führt zum Messeplan.

Eine Postkarte zur Messe, die vorab an den Schulen verteilt wird, bietet erstmals ein Kontaktformular auf der Rückseite. Jugendliche können es ausfüllen und direkt bei Betrieben abgeben, mit denen sie in Kontakt bleiben wollen. Die Veranstalter empfehlen, Bewerbungsunterlagen mitzubringen.

„Im zurückliegenden Ausbildungsjahr waren bei der Agentur für Arbeit 683 Ausbildungsplätze und 633 Bewerber gemeldet“, sagt Stefan Dirkes. Dass Lehrstellen unbesetzt bleiben, sei dabei nicht allein dem demografischen Wandel geschuldet. „Auch Angebot und Nachfrage decken sich nicht immer“, so Dirkes. Besonders gefragt seien weiterhin Ausbildungsplätze im Einzelhandel, in der Verwaltung, in der Kfz-Branche und bei Banken.

Sarah Lindemann, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, wirbt für die beruflichen Chancen im Handwerk. „Die Bildungsmesse ist für uns ein wichtiges Format, um Jugendliche ans Handwerk heranzuführen“, sagt sie. Handwerk sei „das Rückgrat der Wirtschaft“, findet REG-Geschäftsführer Steffen Müller.

Das OSZ beteiligt sich als Gastgeber erneut mit einem Tag der offenen Tür an der Bildungsmesse. „In den vier Häusern an der Alt-Ruppiner Allee stehen 89 Lehrerinnen und Lehrer zu Gesprächen zur Verfügung“, sagt Schulleiterin Uta Kleemann. „Wir verstehen uns als Partner der Wirtschaft. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Messe bei uns stattfindet.“ Für die Besucher stehen am 24. Januar zahlreiche Angebote bereit. Das OSZ gewährt Einblicke in seine Werkstätten, Forstmitarbeiter lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. „Es ist eine Messe zum Anfassen“, verspricht Stefan Dirkes.

Die Messe ist von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Juliane Becker
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