Tritt ein solcher Notfall ein, macht sich oft Panik breit. Was mache ich jetzt? Wo rufe ich an, um schnell Hilfe zu bekommen?
Obwohl die Vorgehensweise seit vielen Jahren klar geregelt ist – ja sogar für ganz Europa gilt – sind Betroffene in Notsituationen oft unsicher. Generell gilt: Besteht eine lebensbedrohliche Situation, wie der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall beziehungsweise gab es einen schweren Unfall, dann muss der Notruf 112 gewählt werden. Diese Nummer gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten.
Doch, was macht man bei hohem Fieber, einem plötzlich auftretenden Infekt, akuten Schmerzen – und die Hausarztpraxis ist geschlossen? Im Land Brandenburg gibt es für solche Fälle, die zwar dringend, aber nicht lebensbedrohlich sind, den ärztlichen Bereitschaftsdienst – zu erreichen unter 116117. „Die 116117 ist die erste Adresse, wenn die Hausarztpraxis bereits geschlossen ist, akute medizinische Probleme aber keinen Aufschub dulden“, so Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg.
Medizinisch geschultes Personal nimmt am Telefon der 116117 eine strukturierte Ersteinschätzung vor. Unterstützt durch eine spezielle Software wird die Hilfe suchende Person exakt dorthin gesteuert, wo sie die medizinisch notwendige Versorgung erhält. Das kann eine ambulante Praxis, eine der 19 ärztlichen Bereitschaftspraxen im Land oder ein telefonischer Kontakt zu einem Arzt sein.
Wird am Telefon der 116117 ein lebensbedrohlicher Notfall erkannt, erfolgt die sofortige Übergabe an die 112. Im vergangenen Jahr geschah dies im Land Brandenburg in 6607 Fällen. Umgekehrt übernahm die 116117 vom Notruf 112 insgesamt 9138 Anrufe, die medizinisch ambulant versorgt werden konnten. Das entlastet die Notaufnahmen und Rettungskräfte massiv. „Dank der engen Kooperation zwischen der 116117 und der 112 können wir den Menschen die Angst vor einer Fehlentscheidung nehmen und halten gleichzeitig den Rettungskräften den Rücken frei“, erklärt Catrin Steiniger.
Gabriele ElstermannDie Faustregel für die Akutversorgung lautet:
116117: Die richtige Wahl bei plötzlich auftretenden Infekten, hohem Fieber oder akuten Schmerzen außerhalb der Sprechzeiten. 112: Bei akuter Lebensgefahr, wie Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei schweren Unfällen.