Neue Poliklinik inalter Tuchfabrik
Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg (ukrb) soll neuePoliklinik betreiben – Land will Bauvorhaben mit insgesamtrund 24 Millionen Euro fördern – Rettungswache bleibt erhalten

Die alte Tuchfabrik in Wittstock soll zu einer modernen Poliklinik umgebaut werden.Fotos: Henry Mundt
Wittstock / Dosse. Um die medizinische Versorgung in Wittstock auch langfristig zu sichern, nachdem die Schließung des KMG-Krankenhausstandorts Wittstock zum 1. Januar 2027 geplant ist, soll eine neue Poliklinik am Standort der alten Tuchfabrik am Walter-Schulz-Platz entstehen. Sie soll die Haus- und Fachärzte sowie weitere Angebote unter einem Dach vereinen, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Zudem bleibt die Rettungswache in Wittstock rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – erhalten.

Den aktuellen Stand der Abstimmungen zur Finanzierung des Bauvorhabens, zum Betrieb der geplanten Poliklinik sowie zu allen Maßnahmen, die bereits in diesem Jahr umgesetzt werden, stellten Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos), Bürgermeister Philipp Wacker (CDU), Landrat Ralf Reinhardt, Catrin Steiniger, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Alexander Lottis, Geschäftsführer des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg (ukrb), sowie Mike Grebarsche und Christoph Hentschel, Geschäftsführung KMG-Klinikum Nordbrandenburg, am 27. Februar im Wittstocker Rathaus vor. Ministerin Müller sprach dort auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative „Wittstock zeigt Gesicht“. Das Land Brandenburg beabsichtigt, der Stadt eine Finanzierungszusage für den Bau der neuen Poliklinik zu geben, vorbehaltlich der Beschlussfassung des Landeshaushalts. Nach den Plänen der Stadt, die auch der Bauherr sein wird, soll im sogenannten „Produktionsgebäude 1905“ der ehemaligen Tuchfabrik die neue Poliklinik entstehen. Die Baumaßnahme soll im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Dafür stehen voraussichtlich rund zwölf Millionen Euro aus der neuen „Poliklinik-Förderrichtlinie“ des Gesundheitsministeriums zur Verfügung sowie weitere rund zwölf Millionen Euro der Städtebauförderung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Die Stadt Wittstock wird einen Eigenanteil von rund drei Millionen Euro beisteuern. Damit stehen insgesamt rund 27 Millionen Euro für den Bau der geplanten Poliklinik bereit.

Die Stadt hat als Partner die OGD Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste GmbH als Betreiber ausgewählt. Die OGD ist eine Tochter des ukrb und handelt im Auftrag des ukrb und des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

Die Wittstocker Rettungswache bleibt rund um die Uhr besetzt. Ab dem dritten Quartal 2026 soll die Anzahl der Rettungsmittel aufgestockt werden, mit einer möglichen bedarfsorientierten Erweiterung ab 2027, um auch in Zukunft eine schnelle Notfallversorgung sicherzustellen.

Die neuen Bedarfsplanungszahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) bieten vielfältige Möglichkeiten zur Niederlassung in Wittstock. Es ist nun entscheidend, dass entsprechende Bewerbungen eingereicht werden, um die offenen Arztsitze zu besetzen und eine Basis für die zukünftige Poliklinik zu schaffen. So sollen ab 2026 neue ambulante Strukturen aufgebaut werden, die zusammen mit dem Umzug von bereits bestehenden ambulanten Angeboten ab 2029/2030 in der neuen Poliklinik an einem Standort konzentriert werden sollen. Ab dem 1. April 2026 wird die KMG-Klinikgruppe eine kardiologische Zweigpraxis in Wittstock einrichten. Dies gewährleistet eine kontinuierliche Betreuung von Herzpatienten.

Die chirurgische Praxis am bisherigen Krankenhausstandort Wittstock wird weiterhin die Fachbereiche Orthopädie und Chirurgie sowie den sogenannten Durchgangsarzt (D-Arzt) abdecken, um eine umfassende Versorgung der Bevölkerung vor Ort zu gewährleisten. WS



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