Und die einensind im Lichte …

Cover: Verlag
Wer sich auf eine Bühne stellt, zum Mikrofon greift oder in das Objektiv einer Kamera schaut, gehört allen! Wirklich? Viele Menschen denken jedenfalls so. Sie wollen alles über die „Promis“ wissen, sie ansprechen, anfassen, möchten ein Autogramm, ein Selfie oder einen Händedruck. Das ist ein Teil des Ruhms – manche genießen ihn, andere verfluchen ihn. Aber ganz ohne geht es nicht. Wie geht man damit um?

Vera Hill, die selbst seit 20 Jahren in der Medienbranche arbeitet, ist der Frage nachgegangen, was es bedeutet, in der Öffentlichkeit zu stehen. Sie unterhielt sich mit dem Moderator Günther Jauch und dem Ex-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, sprach mit Juristen wie dem Anwalt Professor Dr. Christian Schertz, befragte Manager, Image-Berater, Influencer wie Nadine Breaty, Familienangehörige, Kinderstars und erfahrene Schauspieler. Daraus entstand das Buch Der Preis der Prominenz, erschienen im Westend Verlag. Das Buch enthält persönliche Erfahrungen, schildert die angenehmen wie auch die unangenehmen Seiten des Ruhms, berichtet von überraschenden Erlebnissen und zeigt, wie Prominente damit umgehen, um sich und ihre Familien zu schützen. Ihr überwiegendes Fazit: Die Gesprächspartner von Vera Hill möchten nicht tauschen. Oder wie es Günther Jauch auf den Punkt brachte: „Mein Leben ist schön.“

Das Buch vermittelt einen ungewohnten Blick auf das Leben prominenter Menschen, die eben nicht immer im Scheinwerferlicht stehen wollen. Rechtliche Gesichtspunkte des Themas werden ebenso erörtert wie praktische Tipps gegeben. Der Bogen reicht vom ungestörten Restaurantbesuch bis zu Bedrohungen, die sich nicht auf den digitalen Shitstorm beschränken, sondern bis zu Tätlichkeiten auf offener Straße gehen. Die Autorin schreibt über den Balanceakt, sich als kreativ Tätiger auf den Plattformen von Social Media zu bewegen. Der Schauspieler Samuel Koch ist einer der wenigen, die mit Social Medien Schluss gemacht haben, um dieser „Form der Unfreiheit“ zu entfliehen.

Die Aussagen in diesem Buch können denjenigen den Rücken stärken, die sich ins Rampenlicht stellen, und die anderen, die im Schatten, werden vielleicht eigene Verhaltensweisen überdenken, aber auch manche Berichterstattungen künftig anders einordnen können. So, wie das Publikum erwartet, respektiert zu werden, haben auch Prominente Anspruch auf Respekt in ihrem Privatleben. rv

Hill, V.: Der Preis der Prominenz. Westend Verlag, 2026.

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