Nach über 350 Jahren haben Paul Gerhardts Dichtungen nichts an Kraft und Magie verloren. Man muss sie nur hören, sprechen oder singen. Ursprünglich für die private Andacht gedacht, haben die Verse schnell Verbreitung gefunden und sind vielfach vertont worden. Johann Sebastian Bach hat durch die Choräle „Wie soll ich dich empfangen“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“ im Weihnachtsoratorium oder „Wenn ich einmal soll scheiden“ in der Matthäus-Passion den Dichter Paul Gerhardt zu großer kultureller Bekanntheit gebracht.
Der Mensch Paul Gerhardt hingegen scheint nach allem, was wir wissen, ein bescheidenes Leben gelebt zu haben, das durch die Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges gezeichnet und von den Sorgen des Alltags geprägt war. Sein „wirkliches Leben“ aber scheint sich in seinen Liedern abzuspielen. Dort, in seiner Innenwelt, singt und klingt es, dort lacht er vor Freude und schreit seine Schmerzen hinaus.
Anlässlich seines 350. Todestages gibt es am Samstag, dem 25. Juli, in der Rheinsberger Sankt-Laurentius-Kirche ein besonderes Konzert mit Countertenor Karsten Henschel und Juliane Felsch-Grunow an der Orgel. Es erklingt Musik von Johann Sebastian Bach, Nicolaus Hasse, Christian Ritter, Reinhard Keiser und Dieterich Buxtehude. Das Konzert beginnt um 16 Uhr. WS