Mut-Tour war in Neuruppin
Vorgestellt wurden Angebote aus der Region, um die psychische Gesundheit zu stärken

Foto: M. Schmidt
Neuruppin. In Deutschland sind jährlich fast 18 Millionen Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen, das ist mehr als jede vierte erwachsene Person – und dennoch fühlen sich viele Menschen allein gelassen und erfahren Stigmatisierung. Seit dem Jahr 2012 radeln und wandern Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende auf der Mut-Tour gemeinsam durch Deutschland und sprechen unterwegs offen über ihre Erfahrungen. Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch und seine persönliche Geschichte. Die Mut-Tour setzt sich für mehr Austausch und Zusammenhalt von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein.

„Gemeinsam irre mutig“ ist das Motto der Mut-Tour 2026. „Irre“ galt lange als negativ belegt. Die Mut-Tour nutzt dies bewusst. Wer psychisch erkrankt ist, wird gesellschaftlich noch immer stigmatisiert und übersehen – das Motto dreht das um: Wir sind viele, wir (er)leben gemeinsam und wir reden offen darüber. Die Tour macht Vertrauen, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit erfahrbar. „Wenn man in Bewegung kommt, kommt man wieder in Verbindung – mit der Natur, mit Menschen und mit sich selbst“, erklärt Marcel Schmitz, Teilnehmer der Mut-Tour seit 2022.

Am 26. August machte die Mut-Tour Station in Neuruppin. In der Karl-Marx-Straße 81 informierten lokale Organisationen aus dem Bereich psychische Gesundheit und Soziales über Angebote in der Region – darunter die Theodor-Fliedner-Stiftung, das AWO-Teilhabezentrum Neuruppin, das ukrb Neuruppin sowie die Stadt Neuruppin mit dem Projekt „Pflege vor Ort“. Von 13.30 bis 14.30 Uhr war das Tandem-Team der Tour vor Ort und stand für Gespräche zur Verfügung. Es folgten eine Lesung und ein Fachvortrag zum Thema Depression. WS
Druckansicht