Diesmal macht Tante Berta der Tod einer älteren Dame unruhig. Die stürzte unvermittelt vom Balkon ihrer Wohnung, was als ein Selbstmord aus Liebeskummer gedeutet wird. Geht es wirklich um verschmähte Liebe, um Rache oder doch um Geld?
Tante Berta kennt fast jeden in Bansin, und sollte ihr doch ein Fremder in den Weg geraten, so sorgt sie schnell für eine Bekanntschaft, und sei es durch die leckere Küche im „Kehr wieder“. Und dadurch stößt sie auf Zusammenhänge, die die Polizei übersehen hat. Übertroffen wird ihr „Kommunikationsvermögen“ angeblich noch von der Tratsche Rieke, der etwas begriffsstutzigen und plumpen Putzhilfe.
Autorin Elke Pupke (* 1954) ist selbst ein Kind der Insel Usedom und arbeitet dort als Fremdenführerin. Auch diesmal ist ihr gelungen, vertraute Figuren wie den letzten Bansiner Fischer Paul Plötz und den alten Lehrer Bruno sinnvoll in die Handlung einzubinden. Es bleibt nicht bei einem Toten, die Geschichte nimmt so manche spannende Wendung und verführt dennoch zum Schmunzeln.
Der eine oder andere Seitenhieb auf die Lebenssituation und die gesellschaftlichen Verhältnisse auf der Insel nach 1990 bleibt dabei nicht ausgespart. Insbesondere das Los der Inselfischer hat es der Autorin angetan.
Auf der Insel Usedom ist zu jeder Jahreszeit etwas los, wenn es auch im wirklichen Leben nicht ganz so mörderisch zugeht. Die Leser können daran teilhaben und nebenbei die Faszination der Ostseeinsel genießen. Seit 2013 erscheinen die Kriminalromane von Elke Pupke im Hinstorff Verlag Rostock. Der traditionsreiche Verlag, der sich besonders der maritimen Literatur verschrieben hat, feiert in diesem Jahr seinen 195. Geburtstag. Den entscheidenden Durchbruch erzielte das Verlagshaus 1859, als Fritz Reuter ständiger Autor des Verlages wurde. In der DDR fanden Autoren wie Franz Fühmann, Jurek Becker, Ulrich Plenzdorf und Tania Blixen dort ihre literarische Heimat. rvPupke, E.: Mörderischer Herbst auf Usedom. Hinstorff Verlag, Rostock. 2026