„Die Ergebnisse unterstreichen die Beliebtheit und die nachhaltige Wirkung des ehrenamtlichen Modells“, so Christian Soult, ehrenamtlicher Community-Manager der Elblandwerker. Mit einer Auslastung von 91 Prozent waren die beiden Communitywohnungen dieses Jahr fast durchgehend belegt. Rund 20 Gäste – unter anderem aus Berlin und Hamburg – testeten für eine Woche oder auch mehrere Monate das Leben in der Stadt. Die Bleibequote liegt bei 70 Prozent. Damit ziehen mindestens zwei von drei Teilnehmenden dauerhaft in die Kleinstadt an der Elbe – so die Bilanz der Elblandwerker. Die Elblandwerker sind aktives Mitglied im Netzwerk „Ankommen in Brandenburg“, einem landesweiten Zusammenschluss von über 23 Initiativen, die Zuzug, Rückkehr und Integration in ländlichen Räumen fördern.
Günstiger Wohnraum allein reiche nicht aus, um Zuzug in ländliche Räume nachhaltig zu fördern, so Christian Soult. „Nahezu alle Testbewohner/innen kommen mit dem Wunsch nach sozialer Einbindung und Gemeinschaft.“ Das in Wittenberge etablierte Modell setzt hier an: Es soll einen niedrigschwelligen Zugang zu lokalen Netzwerken, kulturellen Angeboten und gemeinschaftlichem Arbeiten bieten. Mit den kombinierten Angeboten aus Probewohnen, Coworking sowie Kultur- und Begegnung im Stadtsalon Safari haben in den vergangenen Jahren viele Menschen das Leben in Wittenberge kennengelernt und sind anschließend dauerhaft in die Stadt und die Region gezogen.
Das Probewohnen wirkt auch als Standortinstrument für Arbeitgeber. Neue Mitarbeitende, beispielsweise der Landesgartenschau Wittenberge 2027 sowie des Technologie- und Gewerbezentrums Prignitz, konnten beim Übergang aus Großstädten gezielt unterstützt werden. „Das Modell ermöglicht ein komfortables Ankommen, die Suche nach dauerhaftem Wohnraum sowie das Knüpfen beruflicher und sozialer Netzwerke“, geben die Elblandwerker in einer Mitteilung bekannt. Alle Gäste, die das Probewohnen nutzen oder nur für einen Tag Wittenberge anschauen, erhalten kostenlosen Zugang zum neuen Community-Büro am Steintor in der Wittenberger Altstadt. Ein modernes, niedrigschwelliges Angebot für gemeinschaftliche Arbeitsplätze mit sozialer Einbindung sei für Menschen entscheidend, die viel remote (ortsungebunden) arbeiten und Coworking aus ihren Städten kennen.
Nachdem der Coworking-Standort der Elblandwerker fünf Jahre im TGZ Prignitz angesiedelt war, wird das Gemeinschaftsbüro nun eigenständig durch die Community in zentraler Lage betrieben.
Für das Jahr 2026 haben sich bereits viele Menschen zum Probewohnen angemeldet. Die zwei Communitywohnungen sind die ersten Monate ausgebucht. Um möglichst allen Anfragen gerecht zu werden, würden die Elblandwerker das Angebot gerne mit einer weiteren Wohnung ausbauen und dauerhaft verstetigen. „Wir haben in den letzten fünf Jahren gezeigt, dass unser Ansatz von Probewohnen für viele Menschen aus Großstädten ein echter Einstieg in ein neues Leben in Kleinstädten und ländlichen Regionen ist. Wer seinen Lebensmittelpunkt verlegen möchte, braucht neben bezahlbarem Wohnraum und Jobperspektiven auch den unkomplizierten Anschluss an die Stadtgesellschaft. Wenn wir dem steigenden Bedarf dauerhaft gerecht werden, können wir mit unseren Angeboten viele Menschen in der Prignitz willkommen heißen und Wittenberge langfristig stärken“, sagt Christian Soult. dre