Die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung, die deren Folgen und Auswirkungen auf Gesellschaft, Kultur und Menschen thematisiert, ist 35 Jahre nach der Wiedervereinigung – zum Erstaunen vieler – in vollem Gange. Für viele Ostdeutsche stellt die Wende einen Bruch dar, der für Westdeutsche und jüngere Menschen schwer nachvollziehbar ist. Der Interviewfilm geht der Fragen nach, welchen Einfluss der Wandel des politischen Systems auf gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen der heutigen Mittvierziger hatte. Unerfüllte Reformwünsche und Verlustschmerzen standen in den 1990er Jahren Seite an Seite mit einer nie dagewesenen Freiheit und Selbstbestimmung.
Doch wem sollten die Jugendlichen glauben? Wohin sich orientieren? Die Regisseurin Nora Raetsch, selbst aufgewachsen in der DDR, lässt Vertreter der „Dritten Generation“ von Ostdeutschland zu Wort kommen und erzählt mit Tiefgang und Heiterkeit von den Umbrüchen der Wendezeit und den Einsichten, die diese Lebenserfahrung mit sich bringt. „Der Himmel hat sich kurz geöffnet, es war alles möglich, und dann hat er sich wieder zugemacht“, sagt Daniela Borchert, eine der Protagonistinnen des Films (1976 in der DDR geboren, Physiotherapeutin).
Das Projekt wurde gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung und realisiert mit Unterstützung der fotografischen Sammlung des Potsdam Museums – Forum für Kunst und Geschichte. Die Videographie setzte Victor Hanck um. Die Filmvorführung wird unterstützt vom Förderkreis Film Berlin-Brandenburg e.V. und gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. Die filmische Beobachtung soll dem Publikum Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit den eigenen Umständen und der eigenen Geschichte, mit der DDR und ihrem Ende sein. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein moderiertes Filmgespräch mit der Regisseurin Nora Raetsch statt. WS