Rund 900 freie Ausbildungsplätzein 66 Handwerksberufen
Anzahl der neuen Lehrverträge im Prignitzer Handwerk und inOPR leicht gesunken – Viele Betriebe finden keine passenden Bewerber

Ausbildung im Handwerk an einer CNC-Maschine.Foto: AdobeStock/Industrieblick
Potsdam. Prignitzer Handwerksbetriebe haben im vergangenen Jahr 79 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind drei weniger als im Jahr 2024 und somit ein Minus von 3,66 Prozent, so die Angaben der Handwerkskammer Potsdam. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin liegt die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk bei 141 – das ist nur einer weniger als im Jahr zuvor. Damit liegt die Region etwas unter dem Ergebnis des westbrandenburgischen Handwerks.

Laut Handwerkskammer Potsdam wurden bis zum 31. Dezember 2025 im Kammerbezirk insgesamt 1377 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Vorjahr waren es 1297. Das ist ein Plus von 6,2 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten den Angaben zufolge die Landeshauptstadt Potsdam mit einem Plus von mehr als 21 Prozent sowie die Landkreise Potsdam-Mittelmark (12,3 Prozent) und Teltow-Fläming (11,8 Prozent). Die deutlichsten Rückgänge gab es in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel mit einem Minus von 13,5 Prozent und in Oberhavel mit einem Minus von knapp sechs Prozent.

Steffi Amelung, Abteilungsleiterin Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam, bewertet die 1377 neuen Ausbildungsverträge als „spürbaren Zuwachs in Westbrandenburg“. Das zeuge vom „enormen Engagement unserer Ausbildungsbetriebe“. „Viele junge Menschen entscheiden sich aus gutem Grund wieder bewusst für eine Ausbildung im Handwerk, in dem nachweislich überproportional ausgebildet wird“, so Steffi Amelung weiter.

Allerdings bleibe die Lage in den Betrieben angespannt. Es gebe weiterhin zahlreiche offene Lehrstellen. Die Gründe sieht die Expertin der Handwerkskammer Potsdam in fehlenden Bewerbungen. Zudem würden Angebot und Nachfrage regional und beruflich nicht zusammenfinden. Amelung: „Jetzt kommt es darauf an, den Schritt von der Berufsorientierung in die Ausbildung verlässlicher zu machen: mehr Praktika, gute Vorbereitung in den Schulen und spürbare Entlastung für Ausbildungsbetriebe.“

Nach Einschätzung der Kammer würden viele Betriebe ausbilden wollen. Sie finden jedoch keine passenden Bewerbenden und der Bedarf überschreite die Zahl der Bewerbenden deutlich. So verzeichnete die Ausbildungsbörse der Handwerkskammer Potsdam zum Jahresbeginn insgesamt 909 freie Ausbildungsplätze in 66 Ausbildungsberufen. Registriert waren außerdem 795 Praktikumsplätze sowie 15 Plätze für Einstiegsqualifizierungen und sieben Angebote für ein duales Studium.

So verteilen sich die freien Ausbildungsplätze (Ausbildungsjahr 2025) auf die Regionen:

■ Potsdam-Mittelmark 215

■ Oberhavel 156

■ Potsdam 126

■ Teltow-Fläming 120

■ Havelland 96

■ Ostprignitz-Ruppin 83

■ Brandenburg an der Havel 63

■ Prignitz 50

Die meisten Lehrstellenangebote entfallen aktuell auf Kraftfahrzeugmechatroniker/-innen (124), Elektroniker/-innen (111) sowie Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (79). so
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