Um den grundsätzlichen MINT-Fachkräftemangel im Land zu mindern, brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, empfiehlt das IW und benennt ein Bündel von Maßnahmen – entlang der gesamten Bildungskette:
■ MINT-Kompetenzen von Anfang an stärken: Frühkindliche Bildung, Ganztagsangebote sowie Sprach- und Leseförderung müssen gezielt ausgebaut werden. Schulen brauchen dafür mehr Mittel - verteilt nach einem Sozialindex. Naturwissenschaftlich-technische und digitale Angebote der Schulen brauchen klare Entwicklungsziele und gezielte Förderung.
■ Digitale MINT-Bildung ausbauen: Schulen brauchen praxisnahe Unterstützung, moderne Ausstattung und stabile Kooperationen mit außerschulischen MINT-Angeboten.
■ Unterrichtsqualität sichern: Mehr qualifizierte Lehrkräfte müssen gewonnen und gehalten werden. Zusätzlich sollten multiprofessionelle Teams ausgebaut werden, um Lehrkräfte – etwa bei der Umsetzung digitaler Konzepte – gezielt zu unterstützen.
■ Mehr Frauen für MINT gewinnen: Klischeefreie Berufs- und Studienorientierung, weibliche Vorbilder (Role Models) und Mentoringprogramme können mehr junge Frauen für MINT begeistern – und langfristig im Beruf halten. MINT-Berufe sollten klar als Zukunftsberufe positioniert werden, etwa im Kontext von Klimaschutz, KI-Forschung und Digitalisierung.
■ Ältere aktiv einbinden: Der technologische Wandel verlangt kontinuierliche Weiterbildung. Die Hochschulen sollten berufsbegleitende Studiengänge ausweiten und mehr Angebote zur akademischen Weiterbildung machen. Attraktivere Regelungen für spätere Renteneintritte helfen, Know-how länger in der Wirtschaft zu sichern.
■ Mehr internationale Studierende gewinnen und halten: Die Lehrkapazitäten sollten an Hochschulen gesichert, Standort-Marketing ausgeweitet und Studierende bei der VISA-Vergabe besser unterstützt werden. Während des Studiums braucht es mehr studienbegleitende Angebote zum Spracherwerb und Unterstützung beim Übergang vom Studium in den Beruf. Wichtig ist dazu eine Stärkung der Willkommenskultur in der Gesellschaft und die Ausweitung und Verstetigung bestehender Netzwerke zur Begleitung und Unterstützung der internationalen Studierenden.