Klaffende Lücke beiInformatik und Technik Report des Instituts der Deutschen Wirtschaft baut auf mehr Frauen und Zuwanderung
In den MINT-Berufen fehlen viele Fachkräfte.Foto: Adobe Stock/Stockwerk-Fotodesignbrandenburg. Die Arbeitskräftelücke in den Berufen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bleibt trotz wirtschaftlich schwieriger Lage auf hohem Niveau bestehen. Das geht aus dem aktuellen MINT-Report des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Zwar ist die Lücke demnach konjunkturbedingt im Vergleich zu 2024 gesunken, sie erreichte aber Ende vergangenen Jahres noch immer einen Wert von 148 500 fehlenden MINT-Arbeitskräften.Mit rund 93 500 fehlenden Mitarbeitern bildeten darunter die MINT-Facharbeiterberufe (Berufsausbildung) im vierten Quartal 2025 die größte Engpassgruppe, gefolgt von rund 40 800 Personen im Segment der sogenannten MINT-Expertenberufe (Akademiker) sowie rund 14 200 im Bereich der Spezialisten- beziehungsweise Meister- und Technikerberufe. Den künftigen Zusatzbedarfen in den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz, Infrastruktur und Verteidigung stehen laut IW der demografische Wandel und sinkende MINT-Kompetenzen angehender Beschäftigter gegenüber. Durch beide Faktoren dürfte sich der Fachkräftemangel wieder deutlich verschärfen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss demnach der Abbau der MINT-Fachkräftelücke Priorität haben. Er sei entscheidend für Transformation und Aufschwung, so das IW. Denn vor allem solche Mitarbeiter würden benötigt, um in Wachstumssektoren und innovativen Bereichen der Wirtschaft die Transformation zu gestalten und den Weg aus Rezession und Stagnation zu ebnen. Sobald sich die Wirtschaft erholt, werden MINT-Fachkräfte zudem benötigt, damit kein Personalmangel das Wachstum ausbremst.
Die diesjährige Sonderauswertung zum MINT-Report zeigt, dass Zuwanderung von MINT-Qualifizierten und Einbindung von Frauen wichtige Beiträge zur Fachkräftesicherung leisten. Internationale MINT-Studierende werden aus Perspektive des IW für Deutschlands Innovationskraft wichtiger. „Im Jahr 2022 lebten 153 000 MINT-Zuwanderer, die über die Hochschulen eingewandert sind, in Deutschland. Diese trugen in diesem Jahr 14,6 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Auch viele Start-up-Gründerinnen und Gründer sind im Ausland geboren, jeder zweite davon hat in Deutschland studiert“, sagt Axel Plünnecke, Leiter der Studie und des Themenclusters Bildung, Innovation und Migration am (IW). „Die Zahl international Studierender in den MINT-Fächern nimmt stark zu, die meisten wollen in Deutschland bleiben. Gelingt es, den Übergang in den Arbeitsmarkt erfolgreich zu gestalten, kann dies einen erheblichen Beitrag für Innovation, Wachstum und Wohlstand bedeuten.“ Ein weiteres Ergebnis der Studie: Deutschkenntnisse sind für den Arbeitsmarkteinstieg von internationalen Studierenden in den Unternehmen wichtig. Rund die Hälfte der Betriebe erwartet fortgeschrittene Kenntnisse, bei knapp zehn Prozent reichen geringe aus.
Damit mehr internationale Talente zum Studium nach Deutschland kommen und langfristig bleiben, müssen laut IW Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Verwaltung gezielt handeln: Lehrkapazitäten sichern, das Standort-Marketing ausweiten, Visa-Verfahren beschleunigen, studienbegleitende Sprachkurse ausbauen und auch bestehende Netzwerke für Studierende verstetigen. Ebenso wichtig ist demnach eine offene Willkommenskultur in der Gesellschaft. gd