Doch es gibt Hoffnung: Wer den Kampf mit dem Buchsbaumzünsler aufnimmt, kann mit etwas Hartnäckigkeit die Oberhand gegen die Kleinschmetterlinge behalten. Grund dafür scheint zu sein, dass die heimische Vogelwelt nach anfänglichem Zögern die Zünslerraupen als Nahrung entdeckt hat. Auch Wespen tragen inzwischen offenbar dazu bei, die invasive Insektenart zu dezimieren. Das bedeutet, dass Fraß zwar weiterhin auftritt, aber sich meist nicht mehr als kompletter Kahlfraß zeigt.
Anfang April wird die erste Generation der Buchsbaumzünsler aktiv. Die Larven kommen dann aus ihren Winterkokons hervor. Meist treten sie dabei zunächst nicht auf den äußeren Blättern auf, sondern etwas verborgen im Inneren des Strauchs. Nach rund vier Wochen verpuppen sich die Raupen in weißen Gespinsten. Die ganz hübsch aussehenden Schmetterlinge haben selbst nur eine Lebensdauer von rund acht Tagen. Das reicht gerade einmal, um sich zu paaren und neue Eier zu legen für die nächste Generation von Raupen. Schon nach drei Tagen schlüpfen die Larven für den folgenden Kreislauf. In Deutschland gibt es im Verlauf eines Jahres meist drei Zünsler-Generationen.
Die Schäden lassen sich eindämmen, wenn die Tiere frühzeitig entdeckt werden. Dabei gilt es, auch ins Innere des Strauchs oder der Hecke zu sehen, denn dort beginnt der Befall. Kennzeichen sind abgestorbene Triebe und Gespinste, außerdem helle Flecken auf den Blättern. Auch Köttelchen auf dem Boden sind ein Anzeichen. Wird der Schaden erst entdeckt, wenn auch die äußeren Blätter betroffen sind, ist die Pflanze bereits schwer geschädigt.
Raupen können per Hand abgesammelt werden. Es gibt auch unbedenkliche, biologisch wirksame Mittel auf der Basis von Neemöl, Teebaumöl oder mit dem Parasiten Bazillus Thuringiensis, der die Raupen von innen tötet. Von chemischen Spritzmitteln wie dem Pestizid Thiacloprid sollte dagegen auf jeden Fall Abstand genommen werden. Damit würden zwar die Raupen abgetötet, aber auch ihre biologischen Gegenspieler. Sogar Gartenvögel, die tote Raupen fressen, können so vergiftet werden. Wenn dann erneut Zünsler aus der Nachbarschaft einfliegen und ihre Eier ablegen, ist der Schaden sogar größer, als wenn nicht gespritzt worden wäre. Am Ende wird der Kampf dann doch oft aufgegeben. Wer stattdessen den verträglicheren biologischen Mitteln und der Hilfe von Vögeln und Wespen vertraut, kann den Buchsbaum dagegen meist in seinem Garten behalten. net