„Bekenntnis undBehaglichkeit“
Stadt- und Regionalmuseum in Perleberg zeigt Sonderausstellung zu Kachelöfen

Perleberg. Eine gute Nachricht nicht nur für Fans der Gemütlichkeit: Im Stadt und Regionalmuseum wird am kommenden Montag, dem 2. Februar, um 18 Uhr eine neue Sonderausstellung eröffnet. Sie steht unter dem Titel „Bekenntnis und Behaglichkeit. Kachelöfen der Reformationszeit in der Mark Brandenburg“. Die Sonderausstellung wurde vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum 2017 zum Reformationsjahr kreiert und damals im Schloß zu Lübben erstmalig präsentiert. Passend zur kalten Winterzeit wird sie nun Perleberg in der Prignitz gezeigt: Die Schau wurde sehr wesentlich durch einen eigenen Ausstellungsteil mit Blick auf die Prignitzer Beispiele erweitert.

Die künstlerische vorindustrielle Blütezeit der märkischen Ofenherstellung war das 16. und 17. Jahrhundert, in dem es ausgeklügelte ikonographische Programme sowohl für die Gestaltung der Kachelmotive als auch der gusseisernen Feuerkästen gab. Hier überwiegen Heiligendarstellungen, Cäsaren, antike Helden, allegorische und moralische Darstellungen, Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten, wie Fürsten und Reformatoren oder aber das beliebte Motiv der Geschichte vom verlorenen Sohn, also biblische Erzählungen. Die neue Sonderausstellung widmet sich den Spuren und Resten jener hoch entwickelten Ofenkunst der Reformationszeit und der Renaissance.

Eine Auswahl von 40 Funden aus dem Archäologischen Landesmuseum konnten die Mitarbeiter des Stadt- und Regionalmuseums durch 53 weitere Exponate aus der Prignitz und Grabow sowie acht aus der Stadt Brandenburg an der Havel und eigene Ausstellungstafeln ergänzen. Schöne Leihgaben kamen aus den Schloßmuseen Freyenstein und Wolfshagen, dem Prignitz-Museum Havelberg, der Stadt Brandenburg an der Havel und aus eigenen Beständen, einige Exponate steuerten private Leihgeber für diese ungewöhnliche Ausstellung bei. „Gezeigt werden etwas über 100 Exponate, mit denen wir einen Einblick in die Möglichkeiten der märkischen Ofenkunst und die Fähigkeiten der tätigen Bildschnitzer und Formenschneider des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts und den ikonographischen Wandel der Ofenkachel jener Zeit geben“, so Torsten Foelsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums.

Bürgermeister Axel Schmidt (parteilos) wird die Ausstellung eröffnen. Christoph Krauskopf und Torsten Foelsch geben danach einen Einblick in das Thema und die Entstehung der Ausstellung und geleiten die Besucher durch die Präsentation. Im Anschluss an die Eröffnung und den Rundgang erwartet die Gäste ein kleiner Empfang mit Imbiss und Getränken. „Der Eintritt ist frei, wir bitten aber um eine kleine Spende vor Ort in unsere alte hölzerne Spendenkiste „Wi bruken Geld“ von 1922“, sagt Torsten Foelsch abschließend. dre

Zur besseren Planung des Ablaufs der Veranstaltung bittet das Museums-Team um rechtzeitige Anmeldung, entweder telefonisch unter 03876/781-422 oder via E-Mail an museum@stadtperleberg.de.



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